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JAZZJANZKURZ - JAZZJANZKURZ

 
JAZZJANZKURZ
Zum Wachwerden: KEN VANDERMARK & TERRIE EX. Die machen mit ihrem "Scaffolding"(Terp) ganz sicher keine Gefangenen: Sax und Gitarre im Freien Zweikampf, bis zur Erschöpfung. 4
Zum WiederRunterKommen: FREDRIK RASTEN. "Six Moving Guitars" für 3 Gitarren und 3 Tänzer besteht im Wesentlichen aus offen angeschlagenen AkustikGitarrenAkkorden, die nur scheinbar willkürlich sind und über die Zeit eine hypnotische Kraft entwickeln. 4
Zum Nichtverstehen: NIKLAS ADAM. "Undulate"(beide Sofa) hat zweifelsohne Qualität, fordert mit den solitären perc/synth-KlangStellen zwischen viel Stille aber eine Konzentration, die ich in den letzten Wochen trotzt mehrerer Versuche nicht aufzubringen vermochte. Daher: Ohne Wertung.
Zum Kombinieren: ANDERS VESTERGAARD & FINN LOXBO. Akustikgitarre und drums (plus feedback und Sinusgenerator) agieren auf "Saint Erme"(Gikt) in einer den eben vorgestellten Arbeiten sehr ähnlichen, maximal reduzierten Stimmung. 4
Zum KopfKinoGucken: TROND KALLEVÅG HANSEN. "Bedehus & Hawaii" überblendet dekonstruierte Formen von Ry-Cooder- oder Südsee-slides mit beinahe folkloristischen Fideltönen und zarten field-recordings (z.B. aus einem "Gebetshaus"). 4
Zum Erforschen: ERLEND APNESETH TRIO WITH FRODE HALTLI. "Salika, Molika" (beide Hubro) verbindet Avant Folk (so hieß auch die letzte CD von Akkordeonist Haltli) mit nahöstlicher Rhythmik, neutönenden Crescendi, minimalistisch-einprägsamen Melodiefetzen und einer feinen Prise Chaos. 5
Und? Was gemerkt? Bis auf "Scaffolding" erschien jede dieser großartigen Platten auf einem norwegischen (bzw. schwedischen) Label. Die Nordländer sind momentan einfach ganz weit vorn.
Weiter im Galopp durch die Welt: LAS HERMANAS CARONNI sind argentinische Zwillingsschwestern, die für "Santa Plástica"(Les Grands Fleuves) u.a. Trompeter Erik Truffaz als Gast einluden. Vielschichtig, verträumt, bunt und nicht ohne Botschaft. 3
Auch aus Buenos Aires stammt LA YEGROS, deren zwischen ElektroCumbia und FlötenPower schillernde "Suelta"(X-Ray) klanglich noch moderner ist. Schön auch die getragene "String Version" von "Cuando". 3
Der Brasilianer LULA GALVÃO frönt auf "Alegria De Viver"(Jazzline) der klassischen Latin-Solo-JazzGitarre. 3
PACIFICO ist ein italienischer Sänger zwischen "Cantautore" und "San Remo", seine CD "Bastasse Il Cielo"(Ponderosa) schwelgt in Bläser/StreicherSchönheit und melancholischem ItaloSchmalz. 3
VASSVIKs "Gákti"(Grappa) hingegen ist eher was für Liebhaber strengerer WeltKunst, denn hier regiert neben stoisch-schamanistischen Gitarren/Geige-Figuren knorrig knurrender Joik. 4
KEYVAN CHEMIRANI AND THE RHYTHM ALCHEMY pflegen auf ihrer "s/t"CD(Molpe) klassische persische PerkussionKunst, angereichert um eine kleine Prise WeltJazz-Gefühl. 3
Das DANIEL WELTLINGER QUARTET fiedelt und swingt sich auf "Szolnok"(DMG) galant-nostalgisch durch die von Ungarn über Frankreich und Marokko nach Australien führende Lebensreise des jüdischen Bandchef-Großvaters. 3
Vince Mendoza war einmal mehr Arrangeur und Dirigent der WDR BIG BAND, die auf "Begin Again"(Palmetto) FRED HERSCHs impressionistisches Klavierspiel sehr einfühlsam und angenehm zurückgenommen begleitet. 4
Neben seinem Klavier präsentiert der französische Komponist KARIM MAURICE mit Brice Berrerd und Thibaud Pontet als b/dr-Rhythmusgruppe auf "Odysseus Fantasy"(Odradek) auch das Streichorchester La Camerata aus Lyon, Will Galison mit seiner Harmonika und die Harfenistin Karine Hahn-Rassaert. Dem Titel angemessen wird hier nicht mit (wortlosem) epischem Pathos gespart, dennoch bleiben die Stücke spannend und transparent, klagend und jubelnd, verträumt und packend. 3
Zum Schluß noch was ganz anderes: Trotz(??) ihrer BeigeGT und Techno-Vergangenheit haben die GEBRÜDER TEICHMANN keine Berührungsängste mit Neuer oder improvisierter Musik. Mit dem ENSEMBLE EXTRAKTE unter SANDEEP BHAGWATI heben sie auf "Iterationen, resonant responses to a live concert"(Noland) die Unterschiede zwischen mittelöstlicher Perkussion, elektronischem Soundprocessing, avantgardistischer E-Musik und den repetitiver ClubMusic genauso auf wie die zwischen LiveSituation und StudioArbeit. Beeindruckend.
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