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QUICKSILVER - QUICKSILVER

QUICKSILVER
Mutig, 2019 eine Kompilation mit AmbientFolk, ElectroChansons und downbeat, gemischt mit WeltMusik, LoungePop und etwas sanftem drum'n'bass zu schnüren. Aber die Dubtronicer von BOOZOO BAJOU sind auf diesem Gebiet ebenso ausgewiesene Experten wie die Labelmacher von Stereo Deluxe. "Shimmer Vol. 2" geht also komplett in Ordnung - Lead With The Bass! 3
Eine ähnliche Schiene (allerdings mit deutlich mehr bpm) fährt "22 Years Of Basswerk", die Jungs dort schicken zu ihren sub-bass-lastigen breakbeats aber schon mal den Kölner-Männer-Gesangs-Verein oder eine georgische Operndiva an den Start. NeuroFunk und FutureDub vom feinsten! 4
Auch der nächste Sampler vertraut auf einen Mix aus Electro und Folklore, wobei das DJ-Duo GYPSY HILL wesentlich stärker auf BalkanBeats vertraut. "Producing"(Batov) schüttelt Klezmer, Swing und Kolo kräftig durcheinander, dazu noch etwas Afro oder Wüstenblues – fertig! 4
Kollabierende Streicher, Flöten-"Ritual"s und 60ies-Soundtracks, ØYVIND TORVUNDs "The Exotica Album"(Hubro) collagiert Klischees von Neuer Musik und SüdseeLounge. Ziemlich spannend, denn hier gibt "–" x "–" wirklich "+". 4
Deutlich roots-iger ist "The Art of the Vietnamese Zither"(ARC), der TRI NGUYEN exzessiv frönt. Trotzdem erstaunlich "modern", fast groovy. 3
Klassischen TuaregRock zelebrieren KEL ASSOUF auf "Black Tenere"(Glitterbeat). PsychRock und SaharaTrance galore! 3
Wie vielschichtig moderne Musik aus Afrika ist, beweist die Kompilation "This Is Frafra Power"(Makkum). Ob kurzatmige beats, feingliedriger Jesus(Afro)Pop, harter TechnoRap, zitternde electronics oder traditioneller Chorgesang – die Welt ist auch in Bongo, Ghana bunt! 4
Leider verstehe ich von den Texten auf BLICK BASSYs "1958"(No Format) nichts, denn er bedient sich für seine Hommage an den Kameruner Freiheitskämpfer Ruben Um Nyobé lokaler Sprache(n?). Musikalisch eine filigrane Mischung aus schwerem Soul, groovender Tradition und perlendem AfroPop. 3
Etwas weiter westlich liegt die Elfenbeinküste, woher die Vorfahren von Meistertrommler MANU KATCHÉ stammen und auch "The ScOpe"(anteprima) gibt sich westlicher. WeltSoftPop mit einigen FutureFunk- und NuSoul-Zutaten. 3
Gar nicht so weit weg davon ist der "City Pop"(Stones Throw) des Holländers BENNY SINGS. Fröhlich-halluzinativer, aber auch etwas belangloser SiSo-Kram auf einem R'n'B/SoulJazz-Fundament. 3
Falsett Gesang & Zärtlichkeit begegnen uns in schöner Kombination auf "Helium"(Sinderlyn) von einem hinter dem Namen HOMESHAKE versteckten Montrealer Songwriter. 3
In den suburbs von L.A. steht ein "Two Room Motel"(Crammed Discs), in dessen beiden Zimmern der elektrisch klappernde EliteFreakPop mancher 80er-Crépuscule-Platten überlebt hat. Ganz egal, womit andere SCOTT GILMORE vergleichen, für mich steht der Mann klar in der Tradition von Antena oder Kid Montana. 4
PAMELA MÉNDEZ kommt aus der Schweiz, aber "Time"(Promote Love) klingt sehr international. Mit viel Soul in der rauen Stimme wird hier dunkler ArtPop eindrucksvoll abgeliefert. 3
Ganz ähnlich, aber mehr "Süd-London" ist "Thread Of God"(Lima Limo) von HEJIRA. Auch hier dominiert eine respektable Frauenstimme ein eher dystopisches PopSoundBild. 3
Die STATS kommen auch aus London und schalten auf "Other People's Lives" sofort die DiskoBeatMaschine ein. Aber weil sie dabei unverschämt gut Human League beklauen, ist das sogar hörenswert. 4
Der mit minimalem Equipment, aber sehr raumgreifend gespielte BarPop des italienischen m/w-Duos MALIHINI weiß zugefallen. "Hopefully, Again"(beide Memphis Industries) steckt voller kleiner Ohrwürmer. 4
Nochmal Mann+Frau aus Italien: FLUCT setzen für ihre Tom-Waits-Deutung "All the World is Green"(UR) im Wesentlichen auf Gesang und E-Bass plus etwas synth'n'effects. Naja: 3
Die Esten von I WEAR*EXPERIMENT hingegen bleiben mit "Jupiterz"(Phonofile) in epigonalem ElektroKram stecken. 2
Ebenfalls etwas übermotiviert klingt das ExperimentalProgressiveKonzept-Zeug der Belgier HELIUM HORSE FLY auf "Hollowed"(Dipole Experiment). 2
Al Di Meola, Steve Winwood und Jimi Hendrix sind nur einige der Opfer, die THE ELECTRIK RENDEVOUS auf "Warrior"(Songsurfer) zu prätentiösem, heulgitarrenlastigem BombastFusionProg verwursten. Bäh! 1
Dafür überraschen die Hong-Kong-Mexikaner DEER, deren Eigen-VÖ "There's No Future" ich schon genervt zur Seite tun wollte, als der Titeltrack plötzlich richtig Fahrt aufnahm. Und auch der Rest verdient das Prädikat "schön krasser SynthGruftKrawall". 4
Ebenfalls in Eigenregie erscheinen die ambienten field-recording-Manipulationen von W.W.LOWMAN. "This Form" ist ein halbstündiges elegisches Experiment zum Zuhören. 3
Völlig überflüssig hingegen die re-issue "Last Wave" des kalifornischen WaberGlitzerSynthetikers BERNARD XOLOTL. 2
Anders Heldon-Gitarrist RICHARD PINHAS. Dessen "L'Ethique"(beide Bureau B) stammt auch von 1982, ist aber wesentlich besser gealterter SynthProg voller verdrehter Ideen. 4
Bei Achim Zepezauers (The Dorf) KUHZUNFT ist die Idee (klickt: kuhzunft.com!) besser als das Resultat "Slotmachine"(Gruenrekorder). Klassische Kaputtlectronics, VokalExerzitien und ein durchdrehender Donald Duck – die aleatorischen Kombinationen funktionieren online bestens, als 10" nur bedingt. 3
Wie so oft bei elektroakustischer Musik ist auch "A Jamais/Ping"(Sound On Probation) von Laurent Perriers PYLÔNE-Projekt sehr theorielastig. Zerdehnte Wortschnipsel, schabende samples und klirrende Transistoren in tief durchdachter Anordnung. 3
CARLO BARBAGALLOs "iAmInTiLt,BoB!"(Noja) bearbeitet das gleiche Feld etwas entspannter. 4 Studien komplexer KlangKunst für E-Gitarre und electronics in unterschiedlichen Bearbeitungen. 3
Nach 20 Jahren trieb der Unmut TEST DEPT. zurück ins Studio. "Disturbance"(One Little Indian) ist Zorn über das Inakzeptable (konkret "Brexit", generell "capitalism"), ausgedrückt mit Mitteln, die schon in den 80ern funktionierten: bedrohliche ElektroCollagen, drumGewitter, düstere Synths und radikale Botschaften.
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© 01. März 2019  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla ||| Datenschutz
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