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QUICKSILVER - QUICKSILVER

 
QUICKSILVER
Hat man die Berühmtheit eines SALIF KEITA erlangt, kommen Angélique Kidjo, Alpha Blondy oder die aktuelle Inkarnation von Ladysmith Black Mambazo gern als Gast ins Studio. "Un Autre Blanc"(Naive) ist solider AfroPop, mit perlenden Gitarrenlicks und groovetreibenden Bläsern - etwas mehr Experimentierfreude hätte trotzdem nicht geschadet. 3
Genug von derlei Freude haben dafür ¿QUE VOLA?, die Vereinigung eines französischen Jazz-7ers mit drei jungen Perkussionisten aus Kuba, auf ihrem s/t-Album(No Format). Geführt von Fidel Fourneyrons Posaune, klappert hier ein seltsamer AfroAvantJazzLatin-Bastard höchst unterhaltsam Funk-end dahin. 3
Vom Ansatz her ziemlich ähnlich, allerdings deutlich futuristischer ist das Debut von DOWDELIN. Auf "Carnaval Odyssey"(Underdog) treffen die spitzen beats jetztzeitlicher Dancefloors auf überlieferte FrancoAfro-Melodien. Das klingt mal nach kaputter Schreibmaschine, mal nach Exotica-Bargeschmuse; hier wird ein klassischer FunkBass in dadaistische SprechSchichten eingelagert, dort flattert ein kuschelbedüftiges Sax über eine abgedrehte HighSpeed-DrumFigur – sehr schön verwirrend. 4
Der in Ecuador lebende Franzose NICOLA CRUZ liebt schräge BeatKonstruktionen ebenfalls. "Siku"(ZKK) beginnt mit edel-schrägem Flötengezwitscher, wandelt sich aber schnell zu elektrogestütztem SüdamerikaBongoZeugs, das sich in einem guten Club genauso wohl fühlt wie im Regenwald. 4
DANIEL HAAKSMAN, der Typ, der uns den BaileFunk brachte, kooperierte für "With Love, From Berlin"(Man Recordings) mit vielen Musikern aus seinem multinationalen Bekanntenkreis (darunter auch die wundervolle Cibelle). Das Ergebnis ist hochhybrider AvantDubFutureFunkTrap-wasweißich-Kram, ein wilder StilMix aus aktuellen DanceBeats, smoothem BrazilCrooning und exotischen SynthBildern. 4
Es geht aber auch konventioneller, z.B. wenn GREGOR HUEBNER auf "El Violin Latino Vol. 3, Los Soñadores"(GLM) in leichtem Jazz-Setting seine Geige zu LatinRhythmen schluchzen lässt. 3
Oder wenn das griechische RODOPI ENSEMBLE sich mit Geige, Klarinette, Kanun-Zither, Trommeln und Laute auf "Thraki - Traditional Dances & Songs from Thrace"(ARC) daran macht, im Land der Thraker die Spuren des Dionysos zu finden. Sehr puristisch, aber durchaus eine Entdeckung. 3
Oder wenn CARMINHO als bewährte FadoMacht "Maria"(Warner) besingt. Saudade pur. 4
Oder wenn ABDESSELAM DAMOUSSI und NOUR EDDINE sich auf "Jedba"(ARC) eine Stunde lang hauptsächlich mit Perkussion und Flöten in Trance spielen. Trotz Damoussis eitler linernotes: diese "Sufi music from Morocco" ist atemberaubend. 4
Bei arabischen tunes bedienen sich auch die Chilenen von PHOENICIAN DRIVE. Ihre s/t-CD(EXAG) vermischt Nahöstliches mit krautigem StonerRock. Häh? Doch! 3
Beim Thema "Krautrock" könnte GÜNTHER SCHICKERT gut mitreden. Sein "Nachtfalter" ist alles andere als ein redundantes Alterswerk, dazu sind diese EchoGitarren-Etuden zu aktuell, zu dringlich. Ein unter Mithilfe von Andreas Spechtl (Ja, Panik) fein gemaltes sphärisch-motorisches KlangBild voller Entdeckungen. 4
Die zwingende Notwendigkeit, mit "Nachtwerk (1991-1998)" 10 Synth-dominierte Stücke des Duos SOLARIZE zu veröffentlichen, sehe ich hingegen nicht. So was macht sicher Spaß beim Spielen, aber andere bringen das Ganze besser auf den Punkt. 2
Auch STATION 17 dürfen eine "Werkschau" anbieten und mit "Ausblick"(alle Bureau B) gleich noch neue Arbeiten. Der Pyrolator, faUSt und Andreas Dorau sind nur einige der Kolloborateure bei diesem – wie von dem Inklusionsprojekt ja schon gewöhnt – ziemlich spannenden TranceDubElektroRock-Dings. 3/4
Wie alt ich bin, merkte ich mal wieder daran, dass ich die beiden 93er MAAT-Platten, aus denen Pacific City Sound Visions die LP "The Next" kompilierte, "at their time" im Aachener Dragnet-Laden erstand. Blubbernd submarin, (nicht im herkömmlich-minimalistischen Sinne) repetitiv und noch heute groß! 5
Mit der Gertrude-Stein-Freundin Mina Loy und der spanischen Mystikerin Teresa von Ávila hat sich ANTONELLA EYE PORCELLUZZI zwei recht entlegene Textquellen ausgesucht, die sie für "The Velocity Of Velocities"(Opa Loka) zur Musik von DEAF SOCIETY "radically rewrote". SpokenWord vs. DarkAmbient. 4
Mit "MONOAkuma"(Room40) gibt’s ein neues Werk von MERZBOW, dem Hohepriester des JapanNoise. Ohne jedes Zugeständnis an tradierte Hörgewohnheiten, ohne nachvollziehbare Entwicklung, unter völliger Vermeidung von Melodie, Harmonie und Rhythmik – 50:08 Min. reiner, reinigender Lärm, der, Aufnahmebereitschaft und eine geeignete Umgebung vorausgesetzt, zu wahrhaft existentiellen Erlebnissen führen kann. 5
Auch nicht für jedes Gehör geeignet sind Folge 2 und 3 von RUDOLF EB.ERs "Om Kult : Ritual Practice of Conscious Dying"(Om Kult). 2 x 1 gute Stunde im FreiFeld aufgenommenes Flügelschwirren von sich an rottendem Fleisch labenden Fliegen, elektronisch verhüllte Todesschreie und ähnliche Absonderlichkeiten. HirnEntwindungen aller Orten. 3
Wer muss, kann man sich mit den üblichen Wohlfühl-Sedierungs-Fingerübungen erholen, die NILS FRAHM auch auf "Encores 2"(Erased Tapes) anbietet. Mich ärgert dieses Geplätscher eher. 2
Auch mit "Ed Banger 15 Ans"(Ed Banger Rec.) kann ich wenig anfangen. Das sinfonische ORCHESTRE LAMOUREUX musste 27 von dem Pariser DJ ausgesuchte DiscoHouseTracks einspielen. Heraus kam Kitsch pur im Star Wars-Bond-Zirkus-style. 2
CHARLENE SORAIA hat sich in ihrer Londoner Wohnung an den Küchentisch gesetzt, die Akustische zur Hand genommen und 10 herzergreifende Lieder aufgenommen. Dunkle Stimme, zarte Gitarrenklänge und traurige Texte – hat funktioniert. Der Titelsong "Where's My Tribe"(Peacefrog) geht so los: "Where's my tribe / I've lost all hope and I / Fear I won't survive / If I stay here tonight". Jeder kämpft mit seinen eigenen Dämonen...4
Auch "The Gypsy Soul of Tiwayo"(Blue Note) des Franzosen TIWAYO hat durchaus Charme. SoulBlues, SouthernGospelRock und eine (ganz) kleine Prise Reggae. 3
Sein Landsmann Martin Nathan aka. BRAIN DAMAGE widmet sich auf "¡Ya no màs!"(Jarring Effects) dafür umso intensiver dem gepflegten Off-Beat. Dub und Reggae-riddms, in Bogota aufgenommen, die durch die Zusammenarbeit mit lokalen Könnern eine ganz neue Tiefe und Kopfnickerqualität erhalten. 4
"Boom"(DMG) macht es zum Schluß, wenn SMAF TexMex-Gitarren, DesertRock und Dub zusammen denken. Dazu gelegentlicher Damengesang, vielleicht sogar ein wenig Funk, immer leicht elektrifiziert – fertig.
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© 01. Februar 2019  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla ||| Datenschutz
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