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JAZZJANZKURZ - V.A.

Diese Kolumne entsteht unter recht hohem Zeitdruck, deshalb kann ich mir gerade auch nicht länger das Hirn zermartern, wo TORUN ERIKSEN zuletzt sehr angenehm als Gastsängerin auffiel. "Luxury And Waste"(Jazzland) zieht die begnadete Sängerin jedenfalls auf das schwierige, hier aber durchweg gemeisterte Terrain der "stripped back" Songs. Nackt, zumeist nur von einem wie eine Gitarre gespielten E-Bass begleitet – eindringlich und sehr packend. 4
Auch aus Norwegen stammt ANDERS AARUM, der sich nicht ohne Erfolg an "Shakin' Our Souls" versucht. Oft als Rare-Groove-update, aber manchmal auch als collagenhafter SemiAmbient. 4
Vittorio MEZZA spielt mit dem GINSBURG ENSEMBLE auf "Convergence"(beide Ozella) eine verträumte Fassung von sonnengetränktem Jazz, das Klavier und die Saxophone verstehen sich prächtig, besonders, wenn Justine Bradley ihre Stimme dazu erhebt. 3
Wo ModernJazz & SoulFunk zusammenfließen, dort fischt drummerboy POOGIE BELL mit seiner BAND: Die "Exhibition Continues", völlig zu recht, va. bei der fantastischen Fassung von "A Change Is Gonna Come"! 3
"Come Together", "Get Ready" und sogar Heuler wie "A Whiter Shade Of Pale" und "While My Guitar Gently Weeps" – BOBBY BROOM gniedelt mit seinen "Soul Fingers"(beide Jazzline) gar nicht übel auf der Ricky-King-Gedächtnis-Gitarre, samt netter B3-vibes on top. 3
Mit PETER GALL öffnet ein anderer Trommler seine "Paradox Dreambox"(Traumton). Perlende Linien, mal vom p, mal von der git, mal vom sax (Wanja Slavin!) - immer auf einer "modern"federnden b-dr-Basis. Nett & flott gespielt, aber oft ohne den innovativen Anteil, der Jazz so spannend machen kann. 3
ANA POPOVIC haben wir hier nicht in bester Erinnerung (s. WZ 07/16), deshalb überrascht "Like It On Top"(Artist Exclusive) zunächst mit groovy Funk, kehrt aber spätestens mit "Sexy Tonight" wieder zum breitbeinig-drögen MackerBluesRock zurück. Dabei kann sie viel mehr, wie die slide/voc-BluesBallade "Matter Of Time" oder der Salomon-Burke-eske Rausschmeisser beweisen. 3
ANTHONY JOSEPH vertraut auf karibischen Groove und getoastete RapPredigten, fette BläserSätze und klingelnde Steel Pans. MetropolenJazz goes ReggaeHipHopFunk goes ElektroLimbo. "People Of The Sun"(Heavenly Sweetness) - absolut amtlich! 4
Genauso tanzbar sind manchmal die ROCKET MAN, deren "Twerk & Travel In Space"(JazzLab) mit BrechBeats, eigenartigen vocal-samples und stürzenden GebläseLinien bezaubert. Dazu gelegentliche Megaphon-Ansagen, etwas ElektroSpielzeug und einige GitarrenRiffs – ab geht's! 4
Nochmal TanzJazz, diesmal als "Junk"(Unique) von BOTTICELLI BABY. Ist das eine JazzFassung von BalkanBlues als Punk? Oder doch eher offener Swing als SwampBoogie? Egal, es schiebt höllisch nach vorn! 4
"Audrey"(Major Music) von PURE DESMOND beginnt als Getz/Gilberto-Huldigung, erlaubt sich aber Ausflüge zum CoolJazz genauso wie in freie(re) Gefilde. Sogar ein John-Cage-Stück nimmt sich in diesem setting nicht fremd aus. Sehr gelungen!
Bei ALINE FRAZAOs "Dentro Da Chuva"(Jazzhaus) steht die fragile Akustikgitarre im Dienste des brasilianisch-angolanisch-portugiesischen BossaJazz. 3
Mit "Holly"(Tradition&Moderne) versacken wir endgültig in der BarJazzBar. HOLLY COLE kann singen, bleibt aber meist zu brav. Und bei 2 der Standards aus dem Great American Songbook singt sie ihr Posaunist Wycliffe Gordon als Armstrong-sound-a-like beinahe an die Wand. 3
Aber Holly hat wenigstens Gefühl für die Songs, ganz anders als der knallbunt und stylish angepriesene Schönling TOM GAEBEL. Dessen "Perfect Day"(Tomofon) bestätigt trotz orchestralen Aufwands alle Vorurteile vom swing-unfähigen StampfDeutschen. Manfred Krug, Paul Kuhn und Bert Kaempfert rotieren im Grab! 1
Deutlich spannender, aber auch auf etwas anderem Gelände unterwegs sind LUDWIG & BENJAMIN NUSS. Vater (tb) und Sohn (p) spielen "Songs & Ballads"(PurrCat). Klingt klassisch und ist klasse, weil gern auch mal ins Freie wechselnd. Hier entwickelt sich was. 4
ANAT COHEN (cl) und FRED HERSCH (p) spielen schon in einer anderen Liga. "Live In Healdsburg"(Anzic) kündet von SpielFreude und -Können, zeigt improvisatorisches Talent, besticht mit klugen Dialogen, einer schick-freien Version von Fats Wallers "Jitterbug Waltz" und der schönen Ellington-Zugabe "Mood Indigo". Niemals "far out", aber auch nie "middle of the road". 4
Trompeter CUONG VU konnte GitarrenGott Bill Frisell von einer weiteren gemeinsamen CD überzeugen. "Change in the Air"(RareNoise) spielt gelegentlich mit Rockelementen, bleibt aber auch in den melancholischen Momenten ("Lately") am freien JazzUfer. 4
Passend "The Dream Thief"(ECM) heisst die erste CD des israelischen Pianisten SHAI MAESTRO als Bandleader. b und dr stützen perfekt die zarten Klavierklänge, aber zwischen Wohlklang und Träumerei bleibt hier immer Platz für (kleine) Abenteuer. 4
Ganz famos auf dem Grat zwischen Jazz und Post'n'ArtRock balancieren THE NECKS. Zum knapp 1stündigen 1Teiler "Body"(Recommanded) könnte und müsste man viel sagen. Hier nur ein Wort: Grandios! 5
Warum mir bei MOSKUS' "Mirakler"(Hubro) immer die Gedanken davonfliegen, weiß ich nicht. Ich habe die CD oft gehört und kann doch nicht beschreiben, was diese elektronische ImproAmbientJazzNoise-Etuden so entrückend macht. 5
Noch schnell 3 ImproDuos: "I’m Fine with the Swirling Colors"(Gikt) sagen ANDERS VESTERGAARD & FINN LOXBO. Gitarre, Trommel und feedback – daraus entsteht eine Welt. 4
XAVIER CHARLES und JACQUES DI DONATO benutzen für den Freien Fall "Ilex"(Protagoniste) folgendes: clarinnette, hélicoptère bzw. clarinnette, tondeuse à gazon. Letzteres heißt Rasenmäher. 4
"Refound"(Arbitrary) haben ANDREA NEUMANN & MADS EMIL NIELSEN ihre 10" (auch als DL) mit gut 20 Minuten herrlich pfeifender, knisternder, ratternder, dunkler und doch sehr luzider EchtZeitMusik genannt. Wunderbar entspannend und aufregend! 5

>>>Fear No Jazz>>>
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