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JAZZJANZKURZ - JAZZJANZKURZ

 
JAZZJANZKURZ
Die Nachricht vom Tod des Trompeters Tomasz Stanko (grandios sein "Freelectronic"-Album von 1986!) leitet unseren Ausflug ins JazzLand traurig ein. In gewissem Sinne eine geistige Erbin des Polen ist HILDE MARIE HOLSEN, die auf "Lazuli"(Hubro) aus dunklen Trompetenträumereien und elektronischen Verfremdungen eine reichliche halbe Stunde stiller Schönheit formt. 4
Kontemplative Weltmusik als Jazz ist der "Sound Of Mirrors"(Ante Prima), bei dem Oud-Spieler DHAFER YOUSSEF mit Zakir Hussain (Tabla), Eivind Aarset (git) und Husnu Senlendirici (cl) zwischen der Levante und Indien pendelt. 4
Heftiger wird’s mit "Bird Saw Buchla"(Clang) vom Trio ROTHENBERG/HEIN/TAMMEN. Diverse Klarinetten, mal laut zwitschernd, mal dumpf schreiend, eine mit der Kreissäge(?) bediente Gitarre und ein legendärer Synthie – so erklärt sich der Titel der nur als DL erscheinenden Improvisationen zwischen Pluckertronic und JazzFreude. 3
Ähnlich energiereich sind die "Actions Soniques"(Vand'oeuvre), die der E-Gitarrist DOMINIQUE RÉPÉCAUD mit SaxImproMeister DAUNIK LAZRO, dem ElektronikDuo KRISTOFF K.ROLL und Vokalartistin GÉRALDINE KELLER unternahm. Improvisiertes LärmGeschrei mit Struktur und reichlich Überbau. 3
Mit JON ROSE & CHRIS ABRAHAMS musizieren auf "Peggy"(ReR Megacorp) zwei Legenden des australischen undergrounds. Schrilles Geigenschrapen umgarnt von Klavierfäden – manchmal etwas arg "far out". 3
Auch aus Australien kommt das Ensemble SPEAK PERCUSSION, das den grandiosen INGAR ZACH zu "Before Nightfall One"(Sofa) einlud. Es beginnt mit einem traktoristischen Brummen, später wird die maschinelle Routine zu einem enormen Klangreichtum aus Schleifen-Schaben-Rasseln-Klingeln-Zischen aufgebrochen – das ist aufregende AntiMusik, das ist sprechendes Schlagwerk, das ist fulminant! 5
ANTOINE PIERRE ist auch Trommler, kommt aber aus Belgien und hat bei seinen "Scetches Of Nowhere"(Igloo) neben seiner Band URBEX Ben van Gelder (sax) und Flötist Magic Malik zu Gast. Sehr spannend, wie Musik hier als komplexer Pop gedacht, aber als hypnotischer Jazz gespielt wird. 4
SZUN WAVES bewegen sich noch offener im GrauFeld von Ambient, Club, (Neo)Klassik und Pop. Ihre "New Hymn To Freedom"(Leaf) kennt viele Schattierungen zwischen JazzPrickeln und pastoralen Synths. Das SpacePsych-Zeugs des Titelstücks gleicht einem entzerrten SloMo-Hawkwind-Overkill. 4
Was die Sizilianerin SADE MANGIARACINA mit "Le Mie Donne" als p-b-dr-Trio auf Paolo Fresus Label Tuk Music vorlegt, scheint mir etwas unentschlossen zwischen Fresus Freundlichkeit und fordernden Freiheiten zu liegen. 3
Musikalisch auch ziemlich nett ist das WOOD & STEEL TRIO (b-vib-g), durch den wundervollen Gegen-das-Gewohnte-Gesang von MICHAEL SCHIEFEL ragt ihre Interpretation von Stücken aus BRECHT/EISLERs "Hollywood Songbook"(Traumton) aus dem Meer des reinen Schönklangs angenehm hervor. 4
Eher zum relaxen geeignet sind HUBERT NUSS' "Standards And Other Stories"(Pirouet). Sanfte Klaviertupfen zu Bass und Drums – typische Jazzkneipenmusik, hier aber von Könnern. 3
DANIEL ERDMANN (ts) und CHRISTOPHE MARGUET (dr) erkunden mit HENRI TEXIER und/oder CLAUDE TCHAMITCHIAN (beide b) "Three Reads Home"(Das Kapital). Mal sehr zärtlich, mal freier – ich würde aber, entgegen der Empfehlung im Info, nichts davon unter FreeJazz verbuchen, auch wenn Stück Nr. 2 "Ornette" heißt. 3
Colemans Geist schwebt eher über "Doubtless"(Whirlwind) vom Slowenen JURE PUKL. Zwei Saxophone reiten auf b+dr, in trauter Harmonie oder im freundschaftlichen Ringen – feine Sache. 4
KEN THOMSON huldigt mit "Sextett"(New Focus) sehr gekonnt einer anderen JazzIkone, nämlich "Monk's Music". Allerdings als 21st-century-Version, die der Bang-On-A-Can-Saxophonist konsequenterweise mit einer stringenten Adaption von Ligetis "Passacaglia Ungherese" eröffnet. Auch bei den folgenden Bebop-updates funktioniert das Zusammenspiel von as-ts-tr-pos-b-dr ganz prima. Unbedingt ausprobieren! 5
Wer's danach eher funky mag, kann auf "Drop Shot"(Jazzline) Ex-Prince-sideman RICKY PETERSON mit BOB MINTZER & WDR BIG BAND COLOGNE an seiner Hammond B3 zaubern hören. Randvoll mit SoulGroove, mal mellow, mal richtig fett!
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