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QUICKSILVER - QUICKSILVER

 
QUICKSILVER
TIMO BLUNCK war vor als einer der Zimmermänner vor 35 Jahren für diverse Großartigkeiten verantwortlich, die v.a. durch ein unbedingtes, so eigentlich nur von Briten bekanntes Stilbewusstsein zu beeindrucken wussten. Was ihn geritten hat, jetzt mit "Hatten wir nicht mal Sex in den 80ern?" ein Soloalbum mit nicht wirklich schlechten, aber auch nicht immer 100%-geschmackssicheren Halb-Chanson-Halb-IndiePop- Stücken an den Start zu bringen, wissen nur die Götter. Vor lauter Angst, irgendeinem "Mucker" seine KunstIdee erklären zu müssen, hat er alles allein eingespielt: Respekt fürs Handwerkliche, aber das Inspirationsregal war leider schon leergeräumt. "Morgenstund hat Schwanz im Mund" (aus "Koks & Nutten") - na super! Ein bisschen wie King Rocko Schamoni in ordinär. 2
Von prominenten Gästen lebt "Blick"(beide Tapete). Der opener mit Faust ist - wenig überraschend - grandios, aber wie bei fast jedem der insgesamt 9 Stücke unterwerfen sich die Inklusionsmusiker von STATION 17 auch da sowohl klanglich wie inhaltlich zu stark der Handschrift des jeweiligen Kollaboranten. Und so gibt’s uva. ein "Dorau"-, ein "Tangerine Dream (bzw. Schnauss)"- und ein "Schneider TM"-Stück, aber keinen wirklich singulären "Station 17"-track. 3
Da ist die Rostockerin SUSKA LASUSKA mit ihrem "Debut Devotional"-EP(Plattenbau) trotz stimmlicher und letztlich auch klanglicher Verwandtschaft zu Barbara Morgenstern (er gibt deutliche schlechtere Referenzpunkte!) eigenständiger. 4 sauber produzierte Stückchen SynthPop mit guten Texten. 4
Die für ihren makellosen a-capella-Gesang berühmten AFRIKA MAMAS passen hier nicht wirklich hin, kraftvolle und prima groovende Weltmusik im Sinne der legendären Ladysmith Black Mambazo gibt’s auf "Iphupho"(ARC Music) trotzdem. 4
UN ÂNE GONFLABLE nennen 4 Berliner IndiePopper ihre Band. Ihre selbstverlegte namenlose Debut-CD integriert in den fluffigen b-git-dr-Sound nicht nur ordentlich 80ies-IndieBritFunk-Appeal, sondern auch eine freundlich kontrastierende Klarinette. 3
Auch nett, auch dezent Indie und elektronisch, vielleicht aber einen Deut schräger ist "Pure And Shining"(Interbang), eine Soloarbeit des Italieners MÈSICO. 3
Die kanadischen FUGITIVES widmen jeden Song von "The Promise of Strangers"(Westpark) einer der Band wichtigen Person. Dabei ist es egal, ob es sich um einen mit Krebs kämpfenden Freund der Band handelt oder um Leonard Cohen. Dem wurde aber mit dem grandiosen Gospel "No Words" der Höhepunkt der ansonsten zwischen Softrock á la Fleetwood Mac und anspruchsvollem SongwriterFolk pendelnden Platte zugeeignet. 4
Was der in Berlin lebende Israeli DAN BILLU an "Speech Bubbles"(IMU) verbreitet, ist nicht verkehrt, nur gibt es auch von dieser Ausprägung halbelektrischen SiSo-Zeugs schon genug. 2
MELENTINI ist auch Wahlberlinerin. Auf der wirklich so titulierten CD "ZRSHA; Fundus Uterus"(United We Fly) verwechselt sie Sirenengesang mit nervigem Geheul und Ernsthaftigkeit mit prätentiösem Gehabe. 2
Viel angenehmer das 2. Album von LE MILLIPEDE, wie bekanntlich das Soloprojekt von Posaunist Mathias Götz (uva. Alien Ensemble und div. Gutfeeling-Projekte) heißt. "The Sun Has No Money"(Alien Transistor) - braucht sie auch nicht, wenn es so wunderbar klappert, pfeift und klimpert wie bei den zwischen allen Stühlen hüpfenden 13 instrumentalen Schätzchen hier. 4
Die Leipziger PostPunkRevivalisten STATIC MEANS sehen auf ihrem Debut genregerecht "No lights"(Jean-Claude Madame/Major Label). Textlich noch etwas zu schlicht, musikalisch aber eine schicke speed-up-Version von Siouxsie & The Banshees. 4
Entspannter sind die zwitschernden SynthSounds, die RICHARD PINHAS (kennt man von Heldon oder Schizotrope) schon 1977 seinem damals brandneuen Moog Modular System entlockte. "Rhizosphere"(Bureau B) ist zumindest gut gealtert. 4
Laurent Perrier untersucht als HEAL ebenso die Möglichkeiten eines legendären Synthesizers. Jedenfalls auf der repetitiven "Buchla"-Seite der LP "Espace d’incertitude"(Sound On Probation), deren "Mutable"-Seite der französischen Modular-Schmiede mit eher ambienten Stücken huldigt. 4
TYNDALL gehörten meiner Meinung nach zu den Totengräbern der Berliner Schule. Mit "Sonnenlicht" und "Traumland"(beide Bureau B) werden die ersten Alben (1980/81) des recht new-age-lastigen Duos neu aufgelegt. 2/2
Tyndall-geistesverwandt sind die US-amerikanischen THE NIGHTCRAWLERS, die in den 80ern Unmengen an Kassetten mit Wabersounds veröffentlichten und an mir bisher komplett vorbeigegangen sind. "The Biophonic Boombox Recordings"(Anthology Editions) versammelt auf 2CD bzw. DLP 7 ausufernde Beispiele hippiesker Synthmeditationen, wobei die beiden CD-only-tracks konzentrierter ausfallen und auch Störgeräuschhaftes integrieren. 3
DEDEKIND CUTs drittes Album widmet sich so intensiv wie gelungen ambienter drone-art. Gregorianische Schnipsel, viel Rauschen, viel sandpapiernes Pulsen, auch bergbachplätschernde field-recordings und einige Verbeugungen vor Stockhausens ElektroMusik machen "Tahoe"(Kranky) zu etwas sehr Aufregendem. 4
"Cronovisione Italiana"(Undogmatisch) nennt ein obskures Projekt namens CARLO DOMENICO VALYUM seine sowohl als VHS wie auch auf CD/LP erscheinende "creation from reanalysing excerpts of cult Italian television broadcasts". Genauso faszinierend und kryptisch wie die schwimm- und gleitflugfähigen Klänge sind auch die esoterisch-futuristischen Monte Verita/Tesla/Reich/Gurdjieff/Russolo-Referenzen und die mitgelieferte Biografie des angeblichen Physikgenies. Wir Fans von Current 93 & Co. haben an sowas natürlich unsere helle Freude!
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© 01. März 2018  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla ||| Datenschutz
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