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QUICKSILVER - QUICKSILVER

 
QUICKSILVER
Sommer! ADAM CARPET aus Italien gehen mit einerm "Hardcore Problem Solver"(Prismopaco) an den Strand. Mal wie Residents im Autotune-Fieber, mal als klappernder TranceTechno, dann als flirrender ElektroClashCrash - alles so schön bunt hier! 3
Im Februar haben wir den LOURDES REBELS hier (etwas verspätet) für ihr Debut noch "digitalen Schamanismus" zugestanden, der Zweitling hört auf den schönen Namen "Lolita"(Aagoo) und ist mindestens genauso verdreht wie die "Snuff Safari" seinerzeit. Aus ihrem Elektronikbaukasten, obskuren drummachines und Elektrogitarren locken die beiden Herren aus Parma seltsamste Klangfolgen zwischen Experiment und abseitigem Tanzboden. 4
FreakFolk der besonderen Art kommt von zwei Damen aus Denver(CO), die als RUBYFRUIT nicht nur schrill-schönen Satzgesang präsentieren, sondern auch angenehm schräge KlapperKlänge mit lieblichen E-Gitarrenflächen vermischen und das ganze mit aufgeregt rasselnden beats unterlegen. Sollte man mal im Auge behalten, die beiden! 4
Nur, weil sie "Permanent Vacation"(Spunk!) empfiehlt, darf man EMMA RUSSACK nicht der Faulheit verdächtigen. Die Australierin hat in ihren JungmädchenFolk, der genauso gern elektronisch-verspult wie leichtfüssig-südamerikanisch (der Titelsong!) oder verhuscht-träumerisch daherkommt, nämlich mit großer Sorgfalt in nur drei Studiotagen eingespielt. Mit "Everbody Cares" gibt es sogar eine sterbensschöne Klavierballade. 4
Mit LE BELVE kehren wir nochmal kurz nach Bella Italia zurück, auch wenn der frickelige MathRock des Duos alles andere als schmalzig ist. Exotische Instrumente, italienischer Gesang und ein wirklich tolles Cover. 3
Noch ein wenig anstrengender (was in dieser Rubrik ja meistens anerkennend gemeint ist) begegnet uns das Duo mit dem eigenartigen Namen NEW ROUTINES EVERY DAY. Den Titel für ihre 2LP haben sie bei William Blake geliehen: "You Never Know What Is Enough / Unless You Know What Is More Than Enough"(Pulver und Asche). Elegische Basstöne, seltsames Keuchen, einsame Gitarren, gruseliges Fauchen - Lärm und drones, aber immer mit großer Sensibilität eingesetzt. Extrem vielschichtig! 4
Man muss ja nicht alles verstehen. Wieso die beiden als ESMARK firmierenden Herren ihr KlangWerk auf zwei einzelne CDs verteilen, bleibt zumindest mir ein Rätsel. "Mara I" und "Mara II"(beide Bureau B) feiern jeweils dunkle SchwingkreisOrgien, frönen düsteren MinimalSynthImprovisationen und rhythmischen ZwitscherExperimenten - geradeso, als wären sie einer Zeitblase entstiegen und suchten nun im prädigitalen Knistern den Weg zurück in den 80er Untergrund. 5
"Harvest Of Despair"(Opa Loka) erschreckt uns schon nach 30 Sekunden mit einem Maschinengewehrknattern aus snare-samples. Dahinter schreit ein Gitarrenloop nach Erlösung - nett ist ganz klar anders. Eine ukrainische Sängerin leiht dem an klassischen IndustrialCollagen der Nurse With Wound-Schule angelehnten Kunstwerk ab und an ihre berückende Stimme und Muslimgauze benennt der Kraft-Kopf Robert Hofman selbst als großen Einfluss. 5
Nach dieser Strapaze entspannt sich unser Hörzentrum beim träumerischen "Everything"(Erased Tapes). BEN LUJAS BOYSEN & SEBASTIAN PLANO schrieben die Musik eigentlich als Soundtrack zu einem Computerspiel (eine mir völlig fremde Welt). SchmuseCello, PianoTupfen, sanfte SynthFlächen - meditativ ist noch untertrieben. 3
Danach tut zu Bewegung animierende Musik gut. Die kann entweder radikal exotisch sein, mit höllischem ruralen Groove und ohne jedes Zugeständnis an westliche Hörerwartungen wie bei "Birabiro"(Terp) von FENDIKA aus Addis Abeba. Die furiose Truppe aus Musikern und Tänzern verwandelt die Bühne in einen Hexenkessel, wie die zahlreichen Fotos im dicken booklet eindrucksvoll belegen. 5
Oder akademisch-verschnarcht wie beim Gymnasiallehrer-Ashram-Gedudel "Inaad"(DMG) von NECKARGANGA. Sitar, Tabla und - wirklich! - ein Saxophon. Vielleicht tue ich den Mannheimern furchtbar unrecht, aber allein die (auf mich zumindest so wirkende) gönnerhafte Geste, mit der auf dem Foto des digipacks einer der Herren die Hände auf die Schultern seiner indischen Kollegen legt - gruselig.
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© 01. August 2017  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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