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JAZZJANZKURZ - JAZZJANZKURZ

 
JAZZJANZKURZ
Das spannendste zuerst: die Freiheiten, die der altgediente New Yorker AvantJazz-Gitarrist ELLIOTT SHARP in seinem score zu "Oneirika"(zeitkratzer/Karlrecords) den Interpreten lässt, nimmt das ZEITKRATZER-Ensemble dankbar an. Unter der Leitung des Meisters spielen Friedls Leute eine reichliche 3/4Stunde lang aus Leibeskräften, Sharp schießt gelegentlich mit Sax oder E-Gitarre dazwischen. Je öfter man in diese KlangWelt taucht, desto mehr Nuancen, Feinheiten und auch Witz begegnen einem. Grandios! 5
Vielleicht nicht "Better By Far"(InnerVoiceJazz), aber deutlich konventioneller spielen im Quartett des Pianisten MARC COPLAND der große Trompeter RALPH ALESSI, DREW GRESS (b) und JOEY BARON (dr). Metrisch komplex, mit der richtigen Balance aus Freiheit und Schönheit gibt’s neben 5 Copland-Stücken und drei Quartett-Improvisationen auch eine sehr schöne Fassung von Monks "Evidence" zu hören. 4
Nach einem italienischen Matrazenhersteller (bzw. dessen Rennradteam) nennt die OLI KUSTER KOMBO (p, rhodes-ts-b-dr) ihr neues Album "Magniflex"(ANUK). Reduziert und transparent im instrumentalen setting verschmelzen hier die Einzelstimmen zu einer Mannschaft - sehr gelungen z.B. in "Brunst". 4
In gleicher Besetzung, nur ohne Sax bereitet uns das XAVI TORRES TRIO viel Spaß. "Unknown Past"(Berthold) wird dominiert vom Tastenspiel des Pianisten Torres, das aber dank der sehr konzentrierten, zwischen Modern und NeoBop dahin swingenden Rhythmusgruppe nie autoreferentiell wird. Durch den Einsatz von Wurlitzer, Rhodes und Hammond erhält auch die Melodiestimme ständig neue, den mal melancholischen, mal treibenden Kompositionen folgende Klangfarben. 4
Deutlich freier geht es auf "Behind Her Eyes"(jazzwerkstatt) zu. PETER EHWALD (sax) und STEFAN SCHULTZE (p) haben die CD nach einer gemeinsamen Tour mit dem Downtown-Meistertrommler TOM RAINEY in Berlin an einem(!) freien Tag aufgenommen. Freier Jazz ohne Lärm, denn hier regiert auch in den spontansten Momenten jene ruhige Zurückhaltung, aus der schon Morty Feldman (vor dem sich das Trio mit dem opener "Edgewise" verneigt) reine Schönheit schuf. Das Cover stammt übrigens vom MalerMusikerPerformer Helge Leiberg! 4
Der in der Schweiz lebende neapolitanische Pianist ALESSANDRO D'EPISCOPO legt mit "That's all"(Altrisuoni) erstmals eine Solo-CD vor. Klar, dass da neben einigen selbstkomponierten Stücken va. Adaptionen persönlicher Lieblingslieder vorkommen, ua. Lucio Battistis "Con il nastro Rosa", "There's No Greater Love" von Sham Jones und eine sehr nette "Sophisticated Lady". Immer virtuos und mit einem nicht unangenehmen Hang zur freien Abschweifung. 4
JUKKA PERKO TRITONE nennt der finnische Saxofonist Perko sein as-b-dr-Trio, mit dem er dem Mann huldigt, in dessen Big Band er in den 80ern schon als Teenager spielen durfte. "Dizzy"(We Jazz) schwelgt in (Bebop)tunes von - logisch! - Gillespie, Monk & Co. Das ist schöne Musik, die dennoch die Frage nach dem "Warum?" unbeantwortet lässt. 3
Nennt mich verstockt und arrogant, aber jene weichgespülte, das Publikum jedem Zwang zur aktiven Aneignung enthebende Jazz(?)-Spielform, die sich auf der Kompilation "BIX Jazz Club & Lounge Vol. 1"(jazzopen) versammelt, folgt keiner musikalischen Vision sondern allein einem spätkapitalistischem Verwertungsdrang. Dass der namens- und konzeptgebende Stuttgarter BIX Club vom Down-Beat-Magazin tatsächlich zu den 50 besten Jazzclubs weltweit gezählt wird, spricht nicht für BIX, sondern gegen das Journal. Da fallen mir ja allein in Berlin 5 bessere Läden ein!
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© 01. Juli 2017  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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