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QUICKSILVER - QUICKSILVER

QUICKSILVER
So sicher wie der Frühling kommt die jährliche LeseLive-DCD von MAX GOLDT, gerade eben "Der Mann mit dem Mireille-Mathieu-Bart"(HörbuchHamburg). Goldt ist ein funkelnder Solitär der deutschen Literaturszene, versteht er doch sophisticated-tum mit Sprachkunst (und -kritik) zu mischen, das Ganze in die korrekte Mischung aus Kauzigkeit und Humor zu wickeln und dazu noch in prächtiger Form vorzutragen. Der Preis für das schönste Wort der an solchen nicht armen 158 Minuten geht an die Neuschöpfung "Mitmanschwunsch"! 4
Auch R. STEVIE MOORE & JASON FALKNER lieben (schwarzen) Humor. Moore ist altgedienter Kassettentäter der US-Lo-Fi-DIY-Szene und dort wurzeln auch die Songs bzw. Hörstücke von "Make It Be"(Bar None). "I H8 Ppl" ist ja auch eine klare Ansage. 4
Die Chicagoer POISON ARROWS (z.T. ex-Don Caballero) verlassen sich auf "No Known Note"(File 13) auf breakreich lärmenden Stop'n'Go-Rock. 3
Das b-dr-Duo KRÄLFE aus HH glaubt, Minimal-Noise-Rock zu spielen. Ihre "Konserve"(Tumbleweed) enthält aber v.a. sinnentleertes New-Wave-Gekiekse und MetalGitarren im TrommelFieber. Besser wären sie bei so wunderbaren Abstraktionen wie im "Intro" geblieben. 2
An klassischen Westcoast-Werten orientiert sich Ex-Coral-Gitarrist LEE SOUTHALL auf seinem Solodebut, ohne mit "Iron In The Fire"(Wonderfulsound) wirklich neues zu sagen. 3
Die Kanadier CURRENT SWELL bilden mit "When To Talk And When To Listen"(Nettwerk) leider nur das rockistische Äquivalent zu langweiligem IndustriePop. 2
Schlimmes muß man erwarten, wenn Jungschauspieler singen. TOM SCHILLING ist da mit THE JAZZ KIDS die angenehme Ausnahme, denn "Vilnius"(Embassy Of Music) bietet eine willkommene Alternative für alle, die Element of Crime mögen, denen Sven Regener aber einfach zu sehr auf die Nerven geht. 4
ZITRONEN PÜPPIES ist ein super Bandname, aber "Bambis Rache"(Trikont) leider nur durchschnittlicher MundartIndieRock. Da ist man von Trikont Besseres gewohnt. 3
Noch ein guter Bandname: HEXENSCHUSS. Deren selbstverlegte CD "Gobbledegook" strotzt von beat-lastigem Elektronoise mit Kraut-Attitude und Bodenhaftung. 4
Die Japanerin MIMICOF spielt auf "Moon Sync"(Alien Transistor) auf und mit einem Buchla-Modular-System. Das Ergebnis pulsiert zwischen Knarz, Beat und PianoRomantik. Schlauer Ambient mit eingestreuten Boshaftigkeiten. 4
Tribalistisch wird’s mit CRÉME DE HASSAN. "Technique & Rite"(Inversions) bringt den Inhalt schon im Titel gut auf den Punkt. TrommelTrance und Elektronik. 4
Ähnliche Äcker bewirtschaften 75 DOLLAR BILL mit "Wood/Metal/Plastic/Pattern/Rhythm/Rock". Hypnotisch wie TuaregRock, aber etwas artifizieller. 4
Gnawa und MinimalMusic denken JOSHUA ABRAMS & NATURAL INFORMATION SOCIETY auf "Simultonality"(beide tak:til) zusammen. MaghrebKrautRock und Reichsche Phasenverschiebungen harmonieren hier bestens. 4
Die Polen PEKALA-KORDYLASINSKA-PEKALA spielen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit "Werke für Schlagzeug und elektroakustische Geräte"(Gagarin). Neben Kubin und Zappa gibt’s Reichs "Vermont Counterpoint" und stimmige Eigenkompositionen. 4
JÉRÔME NOETINGER, ANTHONY PATERAS und SYNERGY PERCUSSION meinen "Beauty Will Be Amnesiac Or Will Not Be At All"(Immediata). Ein ziemlich spannendes Geklopfe und Gebimmel ("the instrumentation from Xenakis' Pleiades", wie ein Sticker stolz kundtut) mit zarten Störgeräuschen und erhellenden Interviews im booklet. 5
OLIVIER LÉTÉ spielt auf "Tuning"(Discobole) E-Bass pur. Dank der Verstärkerspielchen hochspannend und sehr transzendent. 4
NORMAN WESTBERG (Swans!) legt sein Solowerk "Jasper Sits Out"(Room40) ähnlich an. Die Limitierung auf ein Instrument wird in drei langen Stücken untersucht, vom Anschlag über drones bis zum Geräusch. Groß! 5
Die logische Konsequenz daraus ist MENSIMONIS' "Clone Fever"(Opa Loka). Lärmwände umkreisen pulsierende drones. 5
AGNES HVIZDALEKs "Index"(Nakama) ist eine 3/4stündige Stimmimprovisation, aufgenommen am/im Fuß eines 60-m-Industrieschornsteins in Sao Paulo. In die Vokalexerzitien mischen sich daher Heli-Knattern, Maschinenlärm und andere Umgebungsgeräusche. 4
Seiner präparierten Bassflöte entlockt JIM DENLEY sowohl vibrierende Luftsäulen wie KlappenKlappergeräusche, die auf "Cut Air" zu faszinierenden TranceErfahrungen werden. 4
JUSTIN WALTER spielt auf "Unseen Forces"(kranky) sein "Electronic Valve Instrument" (eine Art SynthTrompete von 1979). Die Atmosphäre bleibt freundlich verhangen, zwischen Ambient und Aufzugsmusik, wobei hier (wie so oft) die Überraschung im Detail steckt. 3
Das KammerImproDuo VILDE&INGA verlässt sich auf Geige und Kontrabass. "Silfr"(beide Sofa) ist dennoch ein eher schwaches Glied in der festen Kette von Sofa-releases. 2
Was die BABILS qualifiziert, auf dem belgischen Qualitätslabel Sub Rosa zu veröffentlichen, bleibt auch nach häufigem Hören unklar. "Ji Ameeto" enthält eine lange halbe Stunde KrautImprovisationen, die nicht schlecht, anno 2017 aber auch ein wenig eingestaubt sind. 2
Da zeigen TRES TESTOSTERONES, the band formerly know as "Hang Em High"(Gig Ant) eher, wie es richtig geht. PunkJazzImpros, DesertBluesRock im Ambient-setting, kein Mischmasch, sondern konsequent gedacht und gespielt. 4
Mit enormer Fingerfertigkeit bedienen die belgischen MANDOLINMAN auf "Unfolding The Roots" ihre Instrumente jenseits jeder "Wichserei" in Höchstgeschwindigkeit. Unterhaltsame flämische Folklore, kein bißchen folkloristisch gespielt. 3
Ähnlich faszinierend sind die "Songs From Mexiko"(beide ARC), die YULY TOVAR präsentiert. Schmachtfetzen vom Feinsten im Trompetendelirium.
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© 01. Mai 2017  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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