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JAZZJANZKURZ - JAZZJANZKURZ

JAZZJANZKURZ
Bei Onkel Pö spielten nicht nur Rentnerbands Dixieland, sondern v.a. in den 70ern jede Menge Jazzgrößen. Im NDR-Archiv fand sich eine Reihe von Mitschnitten aus dieser Zeit, die nun "pö a pö" (haha!) auf CD veröffentlicht werden. Los geht’s mit DIZZY GILLESPIE, der 1978 seine Backen in Hamburg aufblies und ein ziemlich funklastiges set spielte, das sich erst auf CD2 wieder an die Bebop-Wurzeln erinnert. 4
Ein Jahr später war der nächste große Trompeter zu Gast. CHET BAKER zelebrierte seinen introvertierten Jazz extrem cool und auch hier findet sich mit dem entspannten "Broken Wings" das highlight auf CD2. 4
Schon 1976 hatte JOHNNY "GUITAR" WATSON "At Onkel Pö's Carnegie Hall"(alle Jazzline) in die Saiten gegriffen, um den Hanseaten seinen electric-soulful-Blues näher zu bringen. Die Fassung von T-Bone Walkers "Stormy Monday" beschert noch 40 Jahre später Gänsehaut! 4
JOOLS HOLLAND macht nicht nur eine wundervolle TV-Show (nach dem Ende von ZDFkultur leider nicht mehr für mich), sondern immer wieder auch tolle CDs. "Piano"(Warner) heißt zu recht so - der Mann spielt auf seinem Klavier Blues und Ragtime so modern, dass es kracht. Mit Brian Eno geht’s nach Nashville zu Floyd Cramer, Bach findet zu Boogie, überhaupt hat hier jeder Eklektizismus irgendwie Sinn. 4
Aber wir müssen uns beeilen, zu viel CDs, zu wenig Platz: Das REINHARD MICKO QUARTET (p/sax/b/dr) spielt auf "Coming Home"(Chire) ungefährlichen, aber trotzdem angenehmen und relaxten GegenwartsMainstreamJazz. Inkl. "Summertime", logisch. 3
Auch das HANNO BUSCH TRIO (g/b/dr) ist auf "Share This Room"(Frutex) zurückhaltend und beherrscht, aber auch sehr imponierend, weil bei aller Ruhe voller Spannung. Jung gebliebener AdultJazz. 3
BAPTISTE TROTIGNON & MININO GARAY (p/perc) folgen auf "Chimichurri"(OKeh/Sony) dem klassischen Ansatz und improvisieren gekonnt über althergebrachte Themen, ob nun von Bernstein, Monk oder Tangokönig Gardel. 3
MHQ nennt Markus Harm seinen 4er (as/g/b/dr). Dessen Debut "Dig It"(Rosenau) ist altmodisch, ohne altbacken zu sein. Bebop, Swing & Cool und doch sehr von heute. 3
Das Debut vom ACHIM SEIFERT PROJECT (b/sax/p/dr) wird neu aufgelegt. "Plans To Wake Up On The Beach"(Unit) bietet flott-sorglosen Jazz mit Schwerpunkt E-Bass. 3
"An Evening With RON CARTER & RICHARD GALLIANO live at Theaterstübchen, Kassel" besteht aus flockigen Akkordeonlinien und federnden Kontrabaßläufen von zwei ganz Großen. 4
RAMÓN VALLE & ORLANDO 'MARACA' VALLE pflegen "The Art Of Two"(beide In&Out). Mit Klavier und Flöte segeln die Kubaner lyrisch-virtuos zwischen Jazz-Bar und Konzerthaus. 3
Mit der STEPHAN-MAX WIRTH EXPERIENCE (sax/g/b/dr) bleibt's romantisch, wird jedoch freier. "Calling Europe!"(BOS) hat aber auch (einige wenige) Stellen, die nach mühsamer Krachmacherei riechen. 3
"Hinterm Spiegel"(FLOATmusic) liegt die Welt des Quartetts IMMIGRATION BOOTH (as/bkl/b/dr). Ein schönes artwork aus verschwommenen Fotos birgt ein organisiert-freies Zusammenspiel mit hohem Schwierigkeitsgrad, ganz ohne akademische Fingerübungen. 4
SHALOSH ist Hebräisch für "drei", passt also für eine p/b/dr-Combo. "Rules Of Oppression"(Contemplate) kippt von Filmmusik über Jazz zu sinfonischem Rock und zurück (kein Wunder, wenn Nirvana, Brahms und Monk die Helden der Musiker sind). In Summe vielleicht manchmal zu viel Rockschlagzeug und etwas zu wenig Zartheit. Obwohl sie in ihrer Version von "Don't You Want Me" die Harmonien der Human League-Nummer schon genial filetieren und das Klavier die Melodie wunderbar zerbröselt. 3. Oder doch 4.
Und wem in diesem Monat die experimentelle Seite des Jazz fehlte - darum kümmern wir uns nächstes Mal
>>>Fear No Jazz>>>
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© 01. März 2017  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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