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JAZZJANZKURZ - JAZZJANZKURZ

 
JAZZJANZKURZ
In Anlehnung an sein "Guten Abend" starten wir mit FUNNY VAN DANNEN, denn jetzt kommt eine Platte, die hier wirklich nicht passt: "An der Grenze zur Realität" dokumentiert Funnys Lesung in der Berliner Volksbühne vom 27.12.15 und basiert in weiten Teilen auf dem entsprechenden Buch (s. WZ 11/15) sowie einigen unveröffentlichten Gedichten und Texten. Der Mann war guter Laune und hatte ebenso Spaß wie sein Publikum und jetzt auch ihr. 4
Zum Jazz: TOMAS SAUTER und JOHN STOWELL sind ganz hervorragende Gitarrenspieler, leider fiel ihnen für "Anytime"(Catwalk) über spanisch angehauchtes Virtuosentum und einige Standards hinaus nur wenig Packendes ein. 2
Ganz anders die Londoner REMOTE VIEWERS. Deren "No Voice From The Hall" baut sich um das halbstündige Titelstück auf. Eine ganz feine Übung in Freiheit und Kunst, mit enorm kräftigen Saxophonen, spontaner Perkussion und Kontrasten von Bass und "noise generator". 5
Abstrakter und dichter an Neuer Musik ist "neoN"(Aurora) vom Osloer ENSEMBLE NEON. Gespielt werden neben eigenen Werken Stücke von Alvin Lucier und Ambarchi/Rushford. Das sind mal mit Wasserplätschern verdünnte Avant-Fingerübungen, mal Momente großer Schönheit (z.B. Luciers ruhige, von Klarinettenquietschen und sanften Schlägen geprägte "Two Circles"). 4
Nach der Sub-Rosa-Edition gibt es mit "Complete Song Books"(Karlrecords) nun auf 2 LPs auch eine Reinhold-Friedl-Interpretation der 92 Lieder/Anweisungen von JOHN CAGE. Herrlich verrückte Klanggebilde, zu denen Rashad Becker geistvollen Krach beisteuerte. 4
Kontemplativer begegnet uns die Pianistin Keike Shichijo mit ihrer Interpretation von KOMITAS VARDAPETs "Six Dances"(Makkum/Platenbakkerij). Der armenische Mönch schrieb diese aus der Zeit gefallenen Kleinode 1906 in Paris, mit ihrer frischen Klar- und freundlichen Fremdheit spenden sie auch 110 Jahre später noch viel Genuß. 4
Auch ROGER GOULA liebt es nett und etwas exotisch. "Overview Effect"(Cognitive Shift) balanciert auf dem viel begangenen Grat zwischen MinimalMusic-Kunst und Filmmusik-Geseier und stellt schon mal eine Countertenor-Ukulele in den Mittelpunkt. 3
Mit den "Invisible Strings" von ERALDO BERNOCCHI/PRAKASH SONTAKKE bleiben wir beim vertrauten Gitarrenschwelgen auf (recht hohem) Filmmusikniveau. 3
Enttäuschend hingegen BOBBY PREVITEs "Mass"(beide Rare Noise), wo trotz prominenter Besetzung (u.a. Stephen O'Malley und Jamie Saft) aus Pseudo-Gregorianik, Pseudo-Metall, Pseudo-Avantgarde und Pseudo-Jazz doch nur Mist wird. 2
Da lieber die klassenkämpferische Kraft der "Eisler Explosion"(Label Bleu) von DAS KAPITAL. Hier wird nicht nur das "Solidaritätslied" frei bearbeitet, sondern auch dem Filmkomponisten Eisler gehuldigt. Wer das Sogenannte Linksradikale Blasorchester oder die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot mag, ist hier mehr als richtig. 4
Das TAKAMOVSKY-Projekt von Vegetable-Orchestra-member Jürgen Berlakovich widmet sich auf "Sonic Counterpoint"(Etymtone) dem wirkungsmächtigen Kontrast von Klassischer Gitarre (auf der er u.a. Bachs Cello-Suite#4 spielt) und extravagantem, die getragene Stimmung verstärkendem elektronischen Kratzen, Schaben und Wischen. 4
Wenn die KLAZZ BROTHERS & CUBA PERCUSSION "Tango meets Cuba"(Sony) spielen, ist das weit weniger schmierig, als man befürchten könnte. Nein, Gardel und Piazolla passen recht gut zu diesem verstärkten p-b-dr-Trio. 4
JOO KRAUS schenkt sich zum 50. selbst eine Werkschau. "Until Now"(Künstlerhafen) umfasst ein weites Spektrum zwischen Grusel und Genialität. Der Mann hat tatsächlich uva. für Bap, Tina Turner, Jazzkantine und Omer Sosa trompetet. Das bisher unveröffentlichte "Regentag" ist ein kleines highlight. 3
Und weil auch Jazzer Weihnachten feiern (und vorher Geld für Geschenke brauchen) noch 3 Hinweise: KURT ELLING "Sings Christmas"(Okeh), ua. den "Little Drummer Boy" im klassisch-behäbigen JazzSängerJazz-Style. 2
Etwas spannender sind die schwäbisch gefärbten Hausmusik-Adaptionen von BERTA EPPLE "Unterm Baum"(GLM). Das Quartett verwurstet Weihnachtslieder kunstvoll mit Humor. 3
Richtig gut ist aber die "Music For Christmas Nights"(beide GLM) von QUADRO NUEVO. Begleitet von den Münchner Symphonikern spielen sie das so oft Gehörte doch neu. Mit festlichem Schmalz, aber auch mit Niveau. 4 (F)rohes Fest, liebe Freunde
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© 01. Dezember 2016  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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