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JAZZJANZKURZ - JAZZJANZKURZ

 
JAZZJANZKURZ
Heute orientieren wir uns mal an Besetzungen - zunächst ganz klassisch: Klavier, Baß und Schlagzeug. LAMMEL - BAUER - BORNSTEIN bleiben auf "Look at me"(Traumton/Indigo) im bürgerlichen Rahmen (also näher an Romantik als an Noise), ohne kitschig zu wirken. Das atmosphärische "First Kiss" darf gern als Startpunkt für Zukünftiges genutzt werden. 3
Mit gleichem Instrumentarium geht das bestens eingespielte Trio VEIN an den Start. "The Chamber Music Effect" heißt nicht ohne Grund so, denn die hier enthaltenen sanften Schönheiten flirten deutlich mit klassischer Kammermusik. 3
Statt Klavier spielt die Bandleaderin im IZABELLA EFFENBERG TRIO Vibraphon und wagt sich auf "IZA"(beide Unit/harmonia mundi), obschon der Jazztradition verpflichtet, dichter an Verfremdungen, Präparierungen und NeuKlänge. 3
Das ARNE JANSEN TRIO ersetzt auf "Nine Firmaments"(Traumton/Indigo) das Piano durch eine vom Bandleader/Komponisten souverän, zuweilen aber etwas arg "gniedelig" gespielte Gitarre. 10 durchformulierte Etuden, in die sich das im letzten Stück gastierende Cello ganz wunderbar einfügt. 3
In ähnlicher Besetzung entsteht auf "Sand"(Unday/RTD) ganz andere Musik. DANS DANS (u.a. Leute von Flying Horseman und DAAU) spielen GitarrenJazz als filigranen PostRock, drücken aber auch gern mal aufs Verzerrerpedal. 4
Das AXEL FISCHBACHER QUINTET ergänzt g/b/dr um Sax/Bassklarinette und Flügelhorn. "Five Birds"(JazzSich/in-akustik) präsentiert Charlie Parkers Bebop-tunes dennoch nicht im gewohnten Saxophon-Modus, sondern für Jazzgitarre umgebaut. Das klingt gut, tendiert aber auch zu "musician's music". 3
Beim EVA KLESSE QUARTET (p/b/dr+sax) ist die Trommlerin Chefin. Auf "Obenland"(enja/Soulfood) hält Klesse souverän das Gleichgewicht aus Führen und Zurückhalten. V.a. dem Klavier und Evgeny Rings Saxophon lässt sie viel Raum für starke Erkundungen zwischen Notiertem und Spontanem. 4
Inhaltlich sehr zu recht und auch als Verbeugung vor Wim Wenders nennt der Klarinettist OLIVER LEICHT die dritte CD seines Projekts [ACHT.] "The State Of Things"(FLOATmusic). 4 tiefe Blechbläser und eine weiche Rhythmusgruppe sorgen in Verbindung mit den Einwürfen des Klavier-Gasts JIM McNEELY für Kuschel-Atmo. Aber es sind mal schabende perc.-Elemente, mal dezente elektronische Verwischungen oder auch die Bläser-Schichtungen im ersten Teil von "Poem For Them", die diese Platte aus dem Kitsch auf den schlichten Sockel der Schönheit heben. 4
Nochmal größer war die Besetzung für "The Broader Picture"(enja yellowbird/Soulfood), denn hier spielt Drummer BILLY HART mit der WDR BIG BAND. Und das frei und relativ weit weg vom James-Last-Klischee. Es gibt natürlich schicke Trommel-Parts, einige entzückende Bläser-Soli und mit "Imke's March" herrlich gebrochenen SpezialGroove. 4
Dass es die WDR-Kollegen auch wesentlich konventioneller (und langweiliger) können, zeigen sie gemeinsam mit MOKHTAR SAMBA auf "Musique d'Afrique"(Jazzline/Delta Music). Dessen AfroPerkussion und einige exotische Gesangseinlagen begeisterten trotz müder Arrangements zwar offenbar das jedes Solo brav beklatschende Publikum in der Kölner Philharmonie, aber zumindest als Konserve bleibt das Ganze farblos. 2
Ganz anders "The Organ Grinder"(RareNoise) von FREE NELSON MANDOOMJAZZ. Hier erhebt sich Rebecca Sneddons Saxophon über drones und holpernde Bässe, frei und aggressiv, dann wieder dezent melancholisch oder freudig jubilierend. Auch irgendwie entspannt, das auf einem Orgelton schwebende letzte Stück heißt nicht umsonst "Om". Ein sax/e-bass/perc-Trio mit gelegentlicher Trompeten- oder Posaunenverstärkung, das tatsächlich DoomJazz spielt - grandios! 5
Herbstliche Ruhe findet man bei GEIR SUNDSTØL. Der legte "Langen Ro"(Hubro/Broken Silence) als "underwater music" an. Will sagen: alles sehr gedämpft, schwebend, beinahe geisterhaft. Zwischen Pedal Steel und National Doulian schieben etliche Größen der norwegischen JazzSzene ihre Klänge, uva. der große Erland Dahlen (perc) und David Wallumrød (Wurlitzer, Clavinet und Prophet 5). Perfekte Musik für Hochnebeltage.
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>>>Fear No Jazz>>>
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© 01. November 2016  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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