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d-polytop. Kunst aus Düsseldorf - Kunsthalle Düsseldorf

Schon immer verstand sich die Kunsthalle Düsseldorf als eine Plattform für aufstrebende Künstlerpositionen und als Korrektiv für die öffentliche Wahrnehmung der Avantgarde. Mit experimentellen Ausstellungsformaten wie der „between“-Reihe (1969-1973) oder jüngst mit „Akademie [Arbeitstitel]“ war die Kunsthalle am Grabbeplatz zudem immer auch ein Haus für die lokale Kunstszene. „d – polytop. Kunst aus Düsseldorf“ schließt an dieses Selbstverständnis an. Die Schau zeigt ausgewählte Arbeiten von 13 Künstler*innen, die als wichtige Impulsgeber für die Kunst-Szene Düsseldorfs und des Rheinlandes wirken, aber der breiten Öffentlichkeit bisher nicht so bekannt sind.

Joseph Sappler, Geburtstagstorte, 2014, 80 x 80 cm



In der Mathematik bezeichnet das Polytop eine geometrische Figur, die sich in beliebigen Dimensionen ausdehnt. Insofern bezeichnet der Titel „d – polytop“ die Mannigfaltigkeit der Raumgebilde in unterschiedlichen Räumen überhaupt. Zugleich bezieht sich der Titel der Ausstellung auf den kubisch-brutalistischen Raumkörper der Kunsthalle Düsseldorf selbst, sowie auf die sechstägige Ausstellung „ÜBERECK“ im September 2014, bei der die Ecken in den Ausstellungsräumen und die Architektur des Hauses als Präsentationsorte dienten. „d – polytop. Kunst aus Düsseldorf“ ist somit auch eine Weiterführung oder Anknüpfung an die Ausstellung von 2014.

Vielgestaltig und dimensionsübergreifend präsentiert sich die Auswahl künstlerischer Positionen, die in der Kunsthalle Düsseldorf versammelt sind. Zum Großteil stammen die teilnehmenden Künstler*innen aus dem Umfeld der Düsseldorfer Kunstakademie. Es sind Arbeiten verschiedenster Gattungen und Formate zu sehen, die sich außerdem in den unterschiedlichen Arbeitsweisen, spezifischen Herangehensweisen sowie unterschiedlichen inhaltlichen Ausrichtungen der Künstler*innen voneinander abheben. Im Gesamtkontext der Ausstellung wird diese scheinbar disparate Zusammenstellung durch das spezifische Profil der Teilnehmer erschlossen: es werden Künstler*innen in den Blick gerückt, die konsequent bis heute – aber eher im Verborgenen – ihr künstlerisches Werk schaffen und konstant in der Rolle des „Artist´s Artist“ die wichtigen Impulsgeber der Kunstszene sind.

Beispielhaft konsequent im Hinblick auf den methodischen Ansatz sowie die serielle Aus- drucksform seiner Werke arbeitet der Düsseldorfer Künstler Ulrich Hensel (*1946), der mit Arbeiten in der Ausstellung vertreten ist. Seit 1991 sucht er die Motive für seine fotografischen Arbeiten ausschließlich auf Baustellen. Dort findet er einzigartige Gemälde, Halbreliefs und Skulpturen, die im Zusammenspiel von objektivem Zufall und dem selektivem Blick mit der Kamera entstehen. Die dreidimensionale Realität erfährt dadurch eine Transformation in eine neue zweidimensionale fotografische Realität, die irritierend abstrakt und minimalistisch wirkt oder unwillkürlich Assoziationen mit konstruktivistischer Kunst weckt.

Das verwirrende Spiel mit zwei- und dreidimensionalen Medien findet man bei der Fotokünstlerin Christine Erhard (*1969) wieder. Erhard spielt mit medialen Grenzen ebenso wie mit Gattungen und historischen Arbeiten. Ausgehend von der Formsprache der Architekturfotografien und Malereien der russischen Avantgarde der 1920er Jahre konstruiert sie dabei einen ganz eigenen künstlich-skulpturalen Blick auf die architektonischen Motive. Im Vergleich zu Hensel, stellt sie die Fotografensituation auf den Kopf: Der Raum unterwirft sich als inszenierte Fiktion vollkommen dem subjektiven Blickwinkel der Kamera. Das Ergebnis sind stark perspektivische, merkwürdig kühl wirkende Modell-Landschaften, die den Betrachter zwischen Fakten und Fiktionen, Dokumentation und Inszenierungen hin und her schicken.
Neben diesen beiden fotografischen Positionen zeigt die Ausstellung auch Arbeiten von Magdalena von Rudy (*1973), einer Meisterschülerin von Tony Cragg, die besonders im Bereich der Videokunst hervorgetreten ist. Sie hat in den letzten Jahren einer Serie ungewöhnlich eindringlicher und zugleich minimalistischer Videowerke geschaffen, bei denen sie konzeptionell auf Werke der Filmgeschichte zurückgreift. Von Bianca C. Grüger (*1974), Meisterschülerin von Professor Konrad Klapheck, die bereits im September 2014 an der sechstägigen „ÜBERECK“-Ausstellung in der Kunsthalle beteiligt war, werden figurative Tafelbilder präsentiert. Außerdem sind bis zum 28. April die Arbeiten von Andreas Fischer, Heinz Hausmann Gabriele Horndasch, Jörg Paul Janka, Robin Merkisch, Joseph Sappler, Michel Sauer, Strafe Für Rebellion sowie Ralf Werner zu sehen.

d – polytop. Kunst aus Düsseldorf
23. 02. - 28.04.2019
Kunsthalle Düsseldorf
Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf
www.kunsthalle-duesseldorf.de
© 01. März 2019  WESTZEIT ||| Text: Till Barz ||| Datenschutz
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