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John Bock. Im Modder der Summenmutation - Bundeskunsthalle Bonn

John Bock – ein Universalkünstler. Wie Jonathan Meese oder Christoph Schlingensief. John Bock – ein schleswig-holsteinisches Nord-Ostsee-Kanalgewächs aus Gribbohm im Kreis Steinburg, nahe Wacken, wo die Heavy Metal-Gemeinde ihre Kultstätte unterhält. John Bock – Schöpfer opulenter Filme und labyrinthischer Installationen, komplex gehaltener Vorträge und überhandnehmender Aktionen.

Oben: Ausstellungsansicht, Foto: Mark Brandenburgh ©Foto: Kunst- und Ausstellungshalle der BRD, 2013

Unten: Ausstellungsansicht, Foto: Mark Brandenburgh ©Foto: Kunst- und Ausstellungshalle der BRD, 2013

Aus diesem kreativen Großprojekt versucht die Bundeskunsthalle, durch die Ausstellung „Im Modder der Summenmutation“ die wichtigsten Stränge im Kunstschaffen von John Bock zu fusionieren und erlaubt es sich, die Abgrenzungen zwischen einer Retrospektive und den neue Produktionen des Künstlers verwischend aufzuheben. Seit den 1990er Jahren machte John Bock sich zunehmend in der Öffentlichkeit breit und zeigte in Aktionen, Vorträgen und multimedialen Installationen die grenzüberschreitende Bandbreite seiner schwierig zu erfassenden Kunst. Dreimal bereits nahm John Bock an der Biennale in Venedig ein und war als „Universalkünstler“ auf der „documenta 11“ in Kassel (2002) präsent. John Bock baut begehbare Räume im Raum, die nicht nur wegen ihrer prallen Farbigkeit fast aufdringlich im Vordergrund stehen sondern auch durch ihre manchmal allegorische Ausstattung Rätsel aufgeben und Rätsel lösen.

Das Zentrum der Ausstellung bildet ein Filmset, in dem die neueste Produktion des Künstlers gedreht wird. Dieser Film wird später in der Ausstellung gezeigt, die Besucher können auf diese Weise Zeugen der Produktion sein als auch Zuschauer des fertiggestellten Ergebnisses. In der „Summenmutation“ spiegeln sich ebenso die Aktionen und Vorträge, für die John Bock bekannt ist. Im Sinne einer Wiederinkraftsetzung führen verschiedene Darsteller einige seiner Vorträge
und Filme in neuer Form wieder auf. John Bock nutzt die Möglichkeiten der (Innen-)Architektur, um seine großformatigen Installationen im Raum auf eindrucksvolle Weise darzustellen. Die Zuständigkeitsgrenzen zwischen Künstler und Kurator negierte John Bock in seiner Ausstellung „FischGrätenMelkStand“ im Jahr 2012 in der Temporären Kunsthalle Berlin. Dort integrierte er unter anderem Werke von fünfundsechzig verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern in seine überdimensionale Installation.
Die die Ausstellung begleitende Publikation „Meechfieber“ dokumentiert erstmals alle bisherigen Vorträge und Filme von John Bock in einer umfassenden Textsammlung und wird durch zahlreiche Zeichnungen und Skizzen des Künstlers erweitert.

Bis 12.01.2014
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn
Tel.: 0228-91710
E-Mail: info@bundeskunsthalle.de
Geöffnet: di – mi 10 – 21 Uhr, do – so 10 – 19 Uhr, Feiertage 10 – 19 Uhr, Heiligabend + Silvester geschlossen
Eintritt: 10/6,50 Euro
Katalog: 39,80 Euro
Weitere Infos: www.bundeskunsthalle.de
© 01. Dezember 2013  WESTZEIT ||| Text: Klaus Hübner
Kunst

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