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Joëlle Tuerlinckx – World(k) In Progress? - Haus der Kunst München

In drei verschiedenen europäischen Städten erfährt die Joëlle Tuerlinckx eine groß angelegte Retrospektive, die an jedem Ort mit einem anderen Titel offeriert wird: in Brüssel hieß die Ausstellung „Wor(ld)k in Progress?“, in München läuft sie unter dem Namen „World (k) in Progress?“ und in Bristol wird sie „Wor(l)d(k) In Progress?“ heißen. Dahinter steckt ein Konzept, das in jeder Stadt ein anders gesetzter Schwerpunkt die Arbeit der Künstlerin beleuchtet.

oben: Socle D11, Ausstellung Documenta11, Museum Fridericianum, Kassel, 2002

unten: Vitrine (Detail), Ausstellung Un coup de dés, Generali Foundation, Vienna, 2008



Das Haus der Kunst in München betont ein Werk von Joëlle Tuerlinckx, das in Serien vorliegt und von Arbeiten aus ersten Ausstellung wie der von 1994 im Witte de With in Rotterdam begleitet wird. Auf diese Werke wird die Künstlerin reagieren, in dem sie sie reaktiviert und neue Konstellationen schafft. Im Treppenhaus des Münchener Gebäudes entsteht zum Beispiel die Wandarbeit aus Bleistiftschraffuren „Espace barré“, die 2004 im Badischen Kunstverein in Karlsruhe gezeigt wurde.
Wer ist Joëlle Tuerlinckx? Sie wurde 1958 in Brüssel (Belgien) geboren und lebt noch heute dort. Sie steht in der Tradition von Marcel Duchamp und Marcel Broodthaers. Ihre künstlerische Tätigkeit, die sie in Museen und Galerien in Rotterdam und New York, Toronto und Kassel, Madrid und London führte, ähnelt der Vorgehensweise der sinnfreien Pataphysik und den darin zu findenden Parodien wissenschaftlicher Methoden. Sie beschäftigt die zentrale Frage, was vom 20. Jahrhundert übrig blieb. Antworten sucht sie dort, wo sich das Aufbewahrenswerte und die Identifikationsgegenstände einer konkreten Epoche üblicherweise befinden: im Archiv. Entgegen den Gepflogenheiten eines Archivars, der in seiner äußeren Umgebung sucht und das Gesuchte ins Innere der Erinnerungsräume lagert, verbindet Joëlle Tuerlinckx Zeichnungen, Fundobjekte, Papier, Zeitungen, Fotografien und Vitrinen zu collageartig und skulpturartig konstruierte Arrangements. "Eine Ausstellung ist vor allem eine Erfahrung des Raums, die unter Umständen durch Objekte im Raum gemacht wird, welche einem anbieten, zu agieren oder zu reagieren, als Mittel zum Nachdenken, zum Bedenken dessen, was Menschsein bedeutet," sagt sie. Zum Konzept gehört auch die Veränderbarkeit der Ausstellung von Ort zu Ort. Tuerlinckx füllt den leeren Raum mit ihrem künstlerischen Vokabular auf, ähnlich einem Schriftsteller, der mit seiner Handschrift und den notwendigen Korrekturen ein leeres Blatt langsam füllt und durch den Prozess des Schreibens auch über sich selbst Auskunft erteilt. Ihre Werke ähneln denen der in der Literatur bekannten Konkreten Poesie: sie zeigen sich selbst in entwaffnender Klarheit und von allen Gefühlslagen und Deutungsversuchen entblößt.
Vom 7. 12. 2013 bis 09.02.2014 ist die Ausstellung im „Arnolfini“ in Bristol zu sehen.

09.06. - 29.09.2013
Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, 80538 München
Tel.: 089-21127113
E-Mail: mail@hausderkunst.de
Geöffnet: mo – so 10 – 20 Uhr, do 10 – 22 Uhr
Eintritt: 8/6 Euro
Katalog: bei Walter König
Weitere Infos: www.hausderkunst.de
© 01. Juni 2013  WESTZEIT ||| Text: Klaus Hübner
Kunst

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