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MEGAN ROONEY

Kunsthalle Düsseldorf

Mit ´Fire On The Mountain´ richtet die Kunsthalle Düsseldorf im Sommer 2019 die erste institutionelle Einzelausstellung der aufstrebenden Künstlerin Megan Rooney in Deutschland aus. Als unermüdliche Beobachterin ihrer Umwelt sammelt und verarbeitet die Künstlerin ihre Alltagserfahrungen medienübergreifend in Malerei, Installationen, Performances und Sprache. Das Ergebnis sind zumeist ortsspezifische Arrangements mit prägnanter Handschrift – humorvoll bis groteske Narrationen, die von uns frei vervollständigt werden wollen.

Abb. oben: Cuckoo Till I Come Back, 2018, Drei Köln

Abb. unten: The Lament, 2018, Incurva Residency, Sizilien

Aufgewachsen zwischen Südafrika, Brasilien und Kanada, lebt Megan Rooney (*1985) seit nunmehr zehn Jahren in London. Im September 2018 hat sie dort für die Serpentine Gallery ihr bisher größtes Projekt realisiert: die Performance „Sun Down Moon Up“ imaginiert das Eindringen einer Gruppe weiblicher Elstern in das Territorium der griechisch-orthodoxe Mönchsrepublik Berg Athos, einer jahrhundertealten Männerbastion. Für Rooney wird der Berg Athos zum Ausgangspunkt für eine Geschichte über unsichtbare Grenzen, unsichtbare Gewalt, Distanz und Isolation. Charakteristisch für ihre Herangehensweise verhandelt sie das Sujet als lebendige, raumgreifendende Erzählung, die das Publikum und seine Reaktionen spekulativ einbezieht. Ebenfalls typisch ist die Realisierung ihrer Performance als multidisziplinäre Kollaboration mit anderen Künstler*innen, Sounddesigner*innen und Choreograph*innen. Darin spiegelt sich die besondere Verbundenheit mit dem Leben in kreativen Communities, die ihre Künstlerbiographie bis dato geprägt haben.

Megan Rooney ist eine Geschichtenerzählerin. Die Sujets ihrer Arbeiten zieht sie direkt aus ihrer Umgebung, dem Leben in Stadt und ihrer ausgeprägten Beobachtungsgabe. Es handelt sich um entrückte, teils groteske Alltagserfahrungen und mitunter humorvolle Beobachtungen, die immer zuerst als Zeichnungen „notiert“ werden. Ein wiederkehrendes Element ihrer Arbeiten ist der menschliche Körper, als subjektiver Anfangspunkt und finaler Ort der Sedimentation all dieser Erfahrungen. Die von der Künstlerin verfassten Texte, die die Installationen als Schriftstücke, Audiospuren oder als Live-Element begleiten, spielen oft auf innere Vorgänge, sinnliche Wahrnehmungen und den Bereich des Häuslichen an. Dieses Interesse am Privaten, räumlich wie gedanklich, wird durch die verwendeten Materialien aufgenommen: Objekte und Installationen umfassen Haushaltsgegenstände und Alltagsobjekte ebenso wie Gefundenes. Von ihrer nomadischen Lebenssituation als Künstlerin zeugt dabei ihr Umgang mit Volumina: bemalte Objekte oder Stoffe werden mit Füllmaterial ausgestopft und können somit als Übertragung der Malerei in den dreidimensionalen Raum verstanden werden. Die Modulierung von Hülle zu Körper verstärkt deren Wahrnehmung als Schnittstelle von außen und innen.

Nach beeindruckenden Ausstellungsbeteiligungen und Performances u.a. in der Serpentine Gallery London, im Museum of Modern Art, Warschau und dem Palais de Tokyo in Paris hat Megan Rooney für die Einzelausstellung in der Kunsthalle einen komplett neuen Werk-Korpus entwickelt, dessen Zentrum ein raumgreifendes, ortsspezifisches Wandgemälde bilden wird. Zudem entsteht in Kooperation mit der Choreographin Temitope Ajose-Cutting eine neue Performance. Der „Titel Fire On The Mountain“ referiert auf William Goldings Erzählung ´Herr der Fliegen´ von 1954, in dem eine gestrandete Gruppe Jugendlicher auf einer Insel versucht ihr Überleben zu sichern und zu organisieren. Das Feuer auf dem Berggipfel soll vorbeifahrenden Schiffen als Zeichen für ihre Anwesenheit dienen, wird jedoch von einem Teil der Gruppe vernachlässigt und erlischt.
18. Mai – 11. August 2019
Kunsthalle Düsseldorf
Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf
www.kunsthalle-duesseldorf.de

© 01. Mai 2019  WESTZEIT ||| Autor: Till Barz