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Carsten Nicolai - K21 Kunstsammlung NRW Düsseldorf

Unter dem Pseudonym Alva Noto ist Carsten Nicolai einer der bekanntesten Vertreter der zeitgenössischen elektronischen Musik. Seit seiner Teilnahme an der documenta X (1997) sowie an den Venedig-Biennalen 2001 und 2003 wird er auch als bildender Künstler rezipiert. Die Ausstellung im K21 gibt mit etwa 40 multimedialen Arbeiten einen umfangreichen Überblick über das Werk des Künstlers und Musikers, der seit den frühen 1990er Jahren an den Schnittstellen von bildender Kunst, Musik und Naturwissenschaft arbeitet.

Carsten Nicolai unicolor, 2014, DLP-Projektoren, DMX-LED-Licht, Projektionscreen, Spiegel, Computer, Sound, Bank mit Lautsprechern, Größe variabel, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin und Pace Gallery, Foto: Julija Stankeviãienò ©VG Bild-Kunst, Bonn 2019



Der Titel Parallax Symmetry spielt auf das physikalische Phänomen der Parallaxe an, das die scheinbare Änderung der Position eines Objekts bezeichnet, wenn sich der Standpunkt der Beobachtung verschiebt. Dieser Effekt ist Ursache für das stereoskopische Sehen und Grundlage für die Vermessung weit entfernter astronomischer Objekte. In den vielfach auf Interaktion angelegten Arbeiten von Carsten Nicolai sind der Standpunkt und die Verschiebung von Wahrnehmung ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Symmetrie im Sinne komplementärer Gegensatzpaare wie etwa Licht und Dunkelheit, Geräusch und Stille, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit ist ein weiterer Aspekt, den Nicolai produktiv in seiner künstlerischen Praxis nutzt. Die Kontraste ihrer binären Logik eröffnen ein weites Spektrum von Bedeutungen; im Sinne der Parallaxe bewirken sie eine kontinuierliche Verschiebung der Wahrnehmung jenseits von Festlegung und Eindeutigkeit.

Der Überblick über Nicolais Werk setzt mit frühen Arbeiten um das Jahr 2000 ein und reicht bis in die Gegenwart: nebelkammer (2002), telefunken anti (2004), magnetic static (2005), void (2007) und tele (2018). Die Klang-Installation particle noise (2013) misst mit einem analogen und einem digitalen Geigerzähler die aktuelle radioaktive Strahlung vor Ort und transferiert diese in akustische Signale. Für den Menschen nicht wahrnehmbare Phänomene wie Strahlen werden auf eine andere Wahrnehmungsebene gehoben und zu einem Soundtrack der terrestrischen und extraterrestrischen Umgebung verarbeitet. Zum ersten Mal sind in der Ausstellung auch mehrere Beispiele aus der seit 2006 entstehenden Video-Reihe future past perfect zu sehen



Carsten Nicolai ´Parallax Symmetry´

(28.9.2019 – 19.1.2020)

K21 Ständehaus, Kunstsammlung NRW

Ständehausstraße 1, 40217 Düsseldorf

www.kunstsammlung.de
© 01. Oktober 2019  WESTZEIT ||| Text: Till Barz ||| Datenschutz
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