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HYPER! A JOURNEY INTO ART AND MUSIC - Deichtorhallen Hamburg

Eine Reise durch das Grenzgebiet von (Pop-)Musik und bildender Kunst verspricht die Ausstellung, die Ex-Spex- und Electronic-Beats-Chefredakteur Max Dax auf Einladung der Hamburger Deichtorhallen zusammengestellt hat. Eingebettet in ein musikalisches Rahmenprogramm versammelt Hyper! A Journey into Art and Music 300 Werke, an denen über 60 internationale Künstler*innen und Musiker*innen beteiligt sind.

Abb. oben: Rutherford Chang We Buy White Albums, 2013, 2019 Installation, Toronto, © Rutherford Chang

Abb. unten: Albert Oehlen Schuhe, 2008, Öl, Acryl, Papier auf Leinwand, 200 x 230 cm, Foto: Jörg von Bruchhausen, © Albert Oehlen/VG Bild-Kunst Bonn, 2019

Der Künstler will ein Rockstar sein, der Rockstar ein Künstler sein. Während der Künstler wie ein Rockstar die breiten Massen bewegen möchte, sehnt sich der Rockstar nach den höheren Weihen des Künstlertums. Musik und bildende Kunst sind in mancher Hinsicht ein ungleiches Paar, das sich aber durch seine Unterschiedlichkeit wunderbar ergänzt. Dazu gehört die gegenseitige Inspiration, die Musiker*innen wie Künstler*innen von der jeweils anderen Disziplin empfangen. Besonders im Kontext der Popkultur sind diese Bezüge vielgestaltig und grenzüberschreitend. Und es gibt Künstler*innen wie Kim Gordon, einst Sängerin und Bassistin bei Sonic Youth, die gleichermaßen anerkannt parallel als Musikerin und Malerin arbeitet.

Was aber passiert, wenn Musiker*innen sich an Ideen und Strategien aus der Kunstwelt orientieren? Und was für Bilder entstehen, wenn Künstler*innen sich von Musik treiben lassen? Die Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen stellt diese Frage in den Mittelpunkt, ohne letztgültige Antworten und Kategorisierungen liefern zu wollen. Stattdessen werden die Assoziationen der Besucher*innen entlang der Reiseroute durch die Ausstellungshalle beflügelt, indem die Werke durch kurze Texte mit Querverweisen und Hintergrundinformationen angereichert werden. Neben Gemälden, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen und Rauminstallationen, die sich seitens der bildenden Kunst mit Musik befassen, gibt es dabei zahlreiche hybride Multimedia-Arbeiten zu entdecken, die den Wechselbezug zwischen Musik, Video und bildender Kunst ausloten.

Moderne Klassiker wie Peter Savilles berühmtes dysfunktionales Riesen-Billboard zur Bewerbung von New Orders Technique-Album oder die Gemälde Emil Schults, die 1974 die Basis zu Kraftwerks Autobahn-Cover darstellten, treffen auf atemberaubende 3D-Videoinstallationen wie Nightlife (2015) von Cyprien Gaillard oder die verstörend funktionalen Powerbanks-Skulpturen von Britta Thie. Positionen von Daniel Richter, Sarah Morris und Bettina Scholz stehen für einen unterschiedlichen Einfluss von Musik auf die Malerei, Fotografien von Andrea Stappert, Sven Marquardt und Richard Prince und Videoarbeiten von Mark Leckey, KLF, Nora Lawrenz und Bettina Pousttchi erweitern die Ausstellung ins Dokumentarische/ Multimediale.

Aus der popkulturell geprägten Perspektive des Autoren und Journalisten Max Dax bietet der multimediale Parcours eine leicht zugängliche, nicht-akademische Annäherung an die Frage, wie sich die beiden Disziplinen wechselseitig beeinflussen. Mit dem besonderen Blick auf das Massenphänomen Pop positioniert man sich mit der Ausstellung am Puls der Zeit, in der sich die Grenzen der Genres zunehmend aufzulösen scheinen. Zudem hat das Konzept der Ausstellung das Potenzial, auch ein eher kunstfernes Publikum anzulocken.

In Ergänzung zur Ausstellung präsentieren Albert Oehlen, Rosemarie Trockel gemeinsam mit Thea Djordjadze und Hans Ulrich Obrist unter dem Titel Hyper! Sounds Konzerte im Rahmen des Internationalen Musikfest Hamburg in der Elbphilharmonie u.a. von Arto Lindsay, Daniel Blumberg, Kristof Schreuf, Den Sorte Skole, GAS und Kreidler.

Hyper! A Journey into Art and Music
1. März – 4. August 2019
Halle für aktuelle Kunst / Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1, 20095 Hamburg
www.deichtorhallen.de/
© 01. Mai 2019  WESTZEIT ||| Text: Till Barz ||| Datenschutz
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