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SERAPHINS - Elementarteilchen

Schon beim Bandnamen kommen die Vergleiche mit den flügelreichen Engeln auf, die so passioniert für Ihre Sache kämpfen. Auch das italienische Rock-Trio Seraphins kämpft – in diesen Tagen vor allem um Gehör beim internationalen Publikum. Neben dem formidablen neuen Album hat es dabei auch den Willen für die sprichwörtliche Ochsentour im Gepäck. Und jede Menge Spaß am Musikmachen – elementare Dinge für eine Band, die weiterkommen will.

Eine italienische Band mit internationalen Ambitionen – die Seraphins mögen sich zwar vom Anspruch her auf eine Stufe mit Italo-Exporten wie Eros Ramazotti, Zucchero, Gianna Nannini oder auch Modà stellen – aber klanglich spielen sie in einer ganz anderen Liga: Klassische Rocksongs, kraftvoll dargeboten, teils experimentell, immer stilsicher und melodieverliebt. Italienische Tugenden?

„Die Wärme auf diesem Album ist sicherlich italienisch“, verrät Sänger Alessandro Ventura. „Hoffentlich erfüllt diese Wärme und die tollen Melodien die Hörer mit ebenso viel Freude wie uns selbst.“

Vor allem die Perfektion, die die Seraphins in jedem Song, in jeder Chord-Progression zu suchen scheinen, sollte für viel Freude sorgen.

„Zum Glück gibt es unserer Meinung nach den perfekten Rocksong ja gar nicht. Jeder Song hat Raum für subjektives Empfinden und kann so von verschiedenen Leuten verschieden aufgenommen werden. Wir sind eine Band aus drei Menschen, drei verschiedenen Elementen, die grundverschieden sind: Was sich für den einen perfekt anfühlt, muss für den anderen nicht im Ansatz so sein. Es geht uns genau so wie allen anderen Hörern – wenn der Bass dich bewegt, die Gitarre aufregend klingt und der Drumbeat dich einfach umbläst, dann hörst du einen großartigen Song.“

Im Gegensatz zum Debüt klingen die neuen Songs etwas mehr geradeaus und zweckmäßiger konstruiert.

„Auf jeden Fall, ja, mit einem leichten Abstecher in Richtung Sound-Tüfteleien. Wir haben fünf komplett neue Songs aufgenommen und fünf ältere neu recorded. Wir glauben, die perfekte Mischung aus Melodie und Rhythmus, aus Pop und Rock, aus Sweetness und Aggressivität damit getroffen zu haben.“

Auf dem Weg, diese Mischung an den Mann und die Frau zu bringen, führte es die Band schon in aller Herren Länder, unter anderem in die Ukraine – und das kurz nach dem Beginn der Unruhen im Jahr 2014. Stand es jemals zur Debatte, diese Tour abzusagen?

„Ja, wir haben drüber nachgedacht, aber sind sehr froh, dass wir es nicht getan haben. Wir haben tolle Leute getroffen und alles war wirklich wunderbar. Es ist schwer mit Worten zu beschreiben, aber wenn Du auf der Bühne stehst und für diese Menschen spielst, kannst Du Ihnen einen Moment lang helfen, all das Leid zu vergessen. Und sie gaben uns so viel Liebe zurück – einfach unvergesslich. Wir lieben es, live zu spielen und machen nichts lieber als das. Und wir geben den Leuten die Chance, nicht nur Musik zu hören, sondern eine richtige Party zu feiern – miteinander und mit uns. Alle im Raum sind miteinander verbunden... schlussendlich ist das der Grund, warum Musik so schön ist.“

Aktuelles Album: Skylines (Be True Music)
© 01. Dezember 2016  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
Dezember 2016

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