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RAVENEYE - Hoffnungsträger in Rock

Oli Brown ist in Großbritannien kein unbekannter mehr. Trotz seiner jungen Jahre hat er sich schon früh einen Namen als erstklassiger Blues-Gitarrist gemacht. Aller Erfolge zum Trotz hat er sich jedoch entschieden, mit einer klassischen Rockband für Furore zu sorgen. Und siehe da: Gleich mit dem Debüt seiner Band Raveneye scheint es zu klappen.

„Bei Raveneye geht es nicht um mich, sondern um einen Sound und eine Identität, die uns dreien gehört“, stellt Oli gleich zu Beginn des Interviews klar. „Wir schreiben die Songs zusammen, denken zusammen nach und arbeiten hart zusammen. Die Musik soll im Mittelpunkt stehen, nicht ein einzelner.“

Neben Oli, der Gitarre spielt und singt, sind da noch Drummer Adam Breeze und Bassist Aaron Spiers – ein hochenergetisches Trio mit fast unwirklichen Kräften, abwer auch einer klaren Vision.

„Wir lieben es, die ganze Energie und Kraft, die wir erzeugen, zu dritt zu bewerkstelligen. Es gibt wahnsinnige Trios im Rockzirkus und wir arbeiten daran, unseren eigenen Sound in dieser Tradition umzusetzen. Ich spiele zum Beispiel immer zwei Verstärker gleichzeitig – einen clean und den anderen mit Fuzz. Diese Mischung macht einen absolut wilden Livesound!“

Wer es nicht besser wüsste, könnte die Band klangtechnisch eher in einem amerikanischen Kosmos beheimatet vermuten.

„Dem würde ich sogar zustimmen, denn wir sind wirklich von amerikanischen Bands maßgeblich beeinflusst: Soundgarden, QOTSA, Pearl Jam, Nirvana – also ist da tatsächlich eine amerikanische Ader. Natürlich spielen auch Zeppelin und Sabbath eine Rolle in unserem Leben, aber das, was in den 90ern in Amerika abging, hat mich schon umgehauen. Ich mag es, eine Band einfach spielen zu hören, ohne Backing Tracks. Warum auch sollte man das live tun? Leider greifen viele Bands heutzutage auf solche Tricks zurück. Damals gab es so was gar nicht, die Band musste einfach alles spielen.“

Dennoch sind Raveneye kein Revival des Grunge oder StonerRocks, sondern pflegen das gute Songwriting und weben auch gute Blues-Parts ein. Kein Wunder, hat Oli doch jahrelang den Blues geatmet und gelebt.

„Ich habe eigentlich die Blues-Szene verlassen, weil ich zu „rockig“ komponiert habe, das passt da nicht hin. Aber sicherlich habe ich Bues-Elemente in meiner Art zu spielen und zu schreiben, aber bewusst setze ich das nicht ein. Ich schreibe einfach um die Emotionen und Ideen herum, die mir in den Sinn kommen.“

Wobei ein Hauptaugenmerk sicherlich auch auf dem Groove liegt – die Band ist herausragend aufeinander eingespielt und das hört man deutlich.

„Jeder einzelne von uns hat ziemlich hart daran gearbeitet, besonders groovy spielen zu können. Es gibt da ein paar Standards, die man genau studieren sollte, z. B. Alben von D'Angelo oder Meshell Ndegeocello, die haben uns echt weitergebracht. Wir spielen manche Dinge auch echt lange, damit sie richtig grooven, manchmal spielen wir auch eine Stunde lang nur einen Strophenpart, damit der richtig sitzt!“

Überhaupt lernt und lernte Oli bei den großen Meistern – Parallelen in seinem Spiel zu alten Helden sind nicht zu überhören. Die Frage, ob er eher der Hendrix- oder der Stevie Ray Vaughan-Typ sei, muss er natürlich mit beiden beantworten:

„Hendrix eröffnete sich mir zuerst. In Sachen Songwriting und Innovation hat keiner die Gittare so beherrscht wie Jimi Hendrix. SRV war ein fantastischer Gitarrist und hat mich sehr inspiriert. Er ist der Grund, warum ich keine normalen Plektren mehr verwende – weil ich so anfing, zu sehr wie er zu klingen. Ich wechselte zu Daumenplektren um dieser Falle zu entkommen.“

Gesangstechnisch sind seine Vorbilder eher in der jüngeren Vergangenheit zu finden.

„Chris Cornell hat mir definitiv den Weg als Sänger in der Rockwelt geebnet. Aber auch Glenn Hughes mit Black Country Communion hat mich umgehauen, erst danach kam ich zu all seinen anderen Sachen.“

Und wer weiß, vielleicht findet sich ja in Zukunft auch einmal sein Name in den „inspired by“-Listen anderer Musiker – das Zeug dazu hat er auf jeden Fall.

Aktuelles Album: Nova (Frontiers / Edel)
© 01. Oktober 2016  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
Oktober 2016

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