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KING CHARLES - Im Namen der Rose

2012 betörte der englische Singer-Songwriter King Charles damit, wie viel Herzblut er in seine Musik zu legen vermag. Sein neues Album versprüht ebenfalls ganz besondere musikalische Duftmarken, wenngleich er im Interview nicht alles durch die Blume sagt...

´King Charles´ Costa studierte Soziologie in Durham, bevor er nach London zurück-kehrte, um unter seinem (damals neuem) Künstlernamen die Band Adventure Playground zu gründen. Die Band ist bereits Geschichte – wie auch viele musikalische Inspirationen: King Charles hörte eigenen Angaben zufolge jede Menge amerikanische Folk- u. Country-Musik, Blues, eng-lischen Rock´n´ Roll.

„Eben alles. Es gab fast nichts, was mich nicht interessierte.“

Auch bekennt er sich zur Musik von Bob Dylan, David Bowie (unser Interview fand vor Bowies Tod statt) und Queen. 2009 gewann er Preise der International Songwriting Competition in Nashville. Subjektiv betrachtet, klingt King Charles-Musik jedoch nicht nach antiquiertem ´Nashville-Sound´. Sie klingt sehr modern, mit Einflüssen sowohl von Independent-Klängen, als auch latent vom Reggae. Passenderweise antwortet Charles im ´Stil´ eines fiktiven Reggae-Musikers. Er wartet relativ lange mit seinen Antworten, bevor er sie dann in relaxtem, jedoch sehr ´breitem´ Akzent kurz und bündig formuliert. Oft fragt er in sehr entspanntem Ton abermals nach, um auch jede Frage richtig verstanden zu haben. Für dieses Jahr sind auch Gigs in heimischen Clubs geplant:

„Ich würde gern nach Deutschland kommen. Die Pläne bestehen. Dort werde ich in meinen Konzerten dann sicher fünf oder sechs Songs vom neuen Album (im Gesamt-Konzert-Kontext) spielen.“

´Gamble For A Rose´ ist nach ´Loveblood´ das zweite Album des Künstlers, der jedoch mit dem Musiker, der es mit dem Debut bis auf Platz 36 der UK-Album-Charts schaffte, nicht mehr viel gemein hat. King Charles hat mittlerweile etliche neue Erfahrungen gesammelt.

2015 spielte er die bislang größte Tour seiner Karriere: 28 Städte in 28 Tagen. Nach dem furiosen Finale im London Forum bemerkte er seinem Kumpel Marcus Mumford (Mumford & Sons) gegenüber: „Ich möchte das Album aufnehmen, welches ich vor fünf Jahren schon hätte aufnehmen sollen.“

Weiter führt er aus, dass dies der Beginn seines neuen Sounds war.

„Marcus und ich kennen uns bereits eine lange Zeit. Er sang bereits einen Song vom Debut-Album.“

Charles und Mumford begannen, Demos aufzunehmen. Als feststand, dass Marcus das neue Werk produzieren wird, zogen die beiden Musiker sich nach Exeter zurück, um zu arbeiten. Weitere Freunde wie Charlie Fink, Tom Hobden (Noah And The Whale) und Winston Marshall (Mumford & Sons) kamen für Jam-Sessions vorbei.

„Marcus singt Backings, spielt Gitarre auf dem neuen Werk. Den Track `Choke´ schrieben wir gemeinsam.“

´Lady Of The River´ entsprang ebenfalls beider Feder. Ein sehr entspannter Song, der gleichzeitig gewisse Spannungsbögen und Power generiert. Ein relaxtes Album. Einfach zum zuhören?

King Charles: „Ja. Genau das wünsch(t)e ich mir!“

Mit ´Gamble For A Rose´ hat er sich seine Inspirationen zurück geholt.

„Ich wollte unbedingt die Kontrolle über meinen Sound zurück, meine Selbstbestimmung als Künstler. Ich hatte ein richtiges `Brain-Trauma´, konnte nicht aufhören, über vergangene Geschehnisse (bezüglich des Debutalbums) nachzudenken.“

Dennoch möchte er das neue Werk nicht als ´Message´ mit erhobenem Zeigefinger verstanden wissen. Es soll keine predigende Musik sein, wie sie z.B. Fugazi so schön praktizierten. „Ich möchte, dass die Leute einfach zuhören.“

Denn nichtsdestotrotz sind ihm seine Lyrics sehr wichtig. Der multiinstrumentelle Hintergrund - er spielt Gitarre, Piano und Cello - hebt Charles´ lyrisches Talent entspannend hervor. So kann sich ´Gamble For A Rose´ auf der Suche nach der wahren Liebe begeben, bzw. diese unterstützen. Fans von Mumford & Sons werden King Charles eh bereits auf ihrer Favoriten-Liste haben. Schließlich hat King Charles Mumford & Sons schon vor drei Jahren in Amerika als Support auf einer Konzert-Tournee unterstützt. Eine Hand wäscht die andere – eine win/win-Situation für alle Saiten!

Aktuelles Album: Gamble For A Rose (Buffalo Gang / Kobalt / Rough Trade)
© 01. Februar 2016  WESTZEIT ||| Text: Ralf G. Poppe ||| Foto: Michael Rolt
Februar 2016

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