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THE BRAINS - Night time is the right time

Aus der HorrorPunk und Psychobilly-Szene sind The Brains seit Jahren nicht mehr wegzudenken. Mit Album Nr. 7 ´Out Of The Dark´ im Anschlag kehren die unaufhörlich tourenden Kanadier nun auf die Plattenteller und in die Silberling-Schubladen geneigter Hörer zurück. Und wieder einmal klingt es so, wie wir es gewohnt sind: Diese Songs gehören weniger in die Konserve, sondern eher in den Club...

„Wir fühlen uns auf der Bühne in jedem Fall mehr zuhause“, erzählt Bassist Colin the Dead. „Trotzdem sind Studioaufenthalte für uns nicht wirklich mühsam. Da unser Sänger/Gitarrist Rene die Aufnahmen und den Mix regelt, können wir meist ohne Störungen oder äußere Einflüsse aufnehmen – und schon macht es mehr Spaß.“

Den man dem Album wirklich anhören kann, es rockt unaufhörlich.

„Ich konnte im Studio einfach nicht still sitzen, immer wieder hatte ich irgendetwas in der Hand, das rappelte oder Geräusche machte und ich bin mit den Sachen die ganze Zeit rumgerockt – und das hört man hier und da auch auf den Aufnahmen.“

So lebendig die Band im Studio auch war, so düster und gruselig wieder einmal die Themen der einzelnen Songs. Und auch das hat sich ganz natürlich ergeben.

„Als ich die Texte geschrieben habe, habe ich mich einfach vom Gefühl leiten lassen, ih habe einfach die Musik die Bilder in meinem Kopf bestimmen lassen. Die Musik war aggressiv, punchy, manchmal düster – da hat sich einfach eine Menge draus ergeben.“

So faszinierend ist eben nur die Dunkelheit – und gibt auch viel Spielraum.

„Die Dunkelheit beheimatet das Unbekannte, da gibt es unendliche Möglichkeiten, dir was auszumalen, was sich dort verbirgt: Alpträume, Monster und Ängste – also alles, was Spaß macht. Oder anders gesagt: Night time is the right time!“

Auch das Artwork der Platte, von Renes Partnerin Roxanne Sauriol gezeichnet, spielt mit dem Thema Dunkelheit – man sieht eine Frau, der die Augen zugehalten werden. Ein einfaches Spiel oder doch eher ein Verwehren des Lichts?

„Ein bisschen von beidem und noch mehr: Der Moment, bevor dir etwas offenbart wird! So wie es jedem offen steht, hier das für ihn/sie passende Bild zu finden, so verhält es sich auch mit den Songs. Wenn ich Texte zur Musik schreibe, fühle ich anders als Rene, wenn er sie singt. Da sind wir ganz offen, das kann jeder für sich selbst interpretieren.“

Auch diese Offenheit untereinander könnte ein Geheimnis ihres Erfolges sein. Und nach 13 Jahren, 7 Alben und unzähligen Shows darf man eigentlich schon mal zurückblicken,

Colin blickt allerdings lieber nach vorne: „Das hier und jetzt ist eigentlich für uns immer das Spannendste. Natürlich blicken wir aber auch nach vorne und versuchen, als Band besser zu werden und den Fans stets das Beste zu bieten. Denn jetzt mit dem neuen Album im Rücken und frischen Songs können wir es kaum erwarten, das alles auch live zu präsentieren.“

Denn genau dort ist die Basis für alles, was The Brains ausmacht: Spielfreude, Schalldruck, bebende Tanzböden.

„Eigentlich dreht sich alles, was wir tun, um unsere Fans. Wir lieben sie und sie sind so gut zu uns. Touren kann sehr hart sein, wenn du kaum Schlaf bekommst und 2000 km zwischen zwei Gigs fahren musst. Aber wenn Du die Leute lächeln siehst, wie sie sich freuen, Dich zu sehen und zu hören, dass du in ihrer Stadt bist, fühlt sich an wie Millionär zu sein. Alleine dafür lohnt es sich in einer Band zu sein – deshalb sollte eigentlich jeder im Leben einmal eine Band gründen.“

Aktuelles Album: Out In The Dark (Sunny Bastards / Soulfood)
© 01. November 2015  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen
November 2015

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