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BLACK YAYA - Die kreative Welle

Das Gesicht, zumindest den Teil, den der Bart frei lässt, ist weiß geschminkt. Um die Augen ist großzügig Schwarz aufgetragen worden. Und ein Hut ziert den Kopf. Der Blick ist direkt auf den Betrachter gerichtet. Black Yaya steht auf dem Cover. Ein neuer Künstler? Ein Soloprojekt? Ein Nebenprojekt?

Neues Alter Ego

Fragen über Fragen, die Black Yaya selbst am besten einer Klärung näher bringen kann.

„Black Yaya ist mein Hauptprojekt, allein schon aus dem Grund, weil alles hundertprozentig ich bin. Nur ich“, sagt er lapidar. Das bringt zwar ein wenig Licht ins Dunkle, beleuchtet aber eine Stelle, die nichts über die Identität des Künstlers aussagt. Also jetzt mal aufhören mit der Geheimniskrämerei. Black Yaya ist das neue Alter Ego des französischen Folk- und LoFi-Rockers Herman Dune, der eigentlich David Ivar heißt. Und wie kommt da Black Yaya ins Spiel?

„Schon zu Schulzeiten war Yaya mein Spitzname“, klärt David Ivar endgültig auf. Und ist Herman Dune damit Geschichte?

„Nun das muss ich offen lassen“, fährt der Künstler fort, „aber auf jeden Fall will ich mit Black Yaya meine Scheu überwinden und mich als Solokünstler aus der Deckung des Bandkontextes wagen.“

Daher weht der Wind und jetzt ist der Hinweis auf das hundert Prozent Ich-Sein auch deutbarer. Aber noch nicht endgültig ausgedeutet.

„Ich bin auch deshalb auf der Platte ganz Ich, weil ich alle Instrumente selber eingespielt habe und der Gesang, das bin natürlich auch ich“, macht David Ivar deutlich, „außer den weiblichen Gesangsstimmen, klar.“

Zu Beginn des Heraustretens aus dem Herman Dune-Schattens hat David Ivar keinen Plan.

„Es ist wie eine Welle, die du schon lange kommen siehst und von der du dich dann davontragen lässt“, erinnert er sich, „du weiß nicht, wo sie dich an Land spülen wird. Einmal angespült nimmst du einfach alle Einflüsse von dort auf.“



Genrestreuner

An solch einsames Arbeiten kann sich David Ivar offensichtlich gewöhnen. „Es ist aber auch ein kreativer Luxus, wenn du plötzlich merkst, du kannst alles machen. Du musst niemanden fragen“, stellt David Ivar erfreut fest, „du machst einfach.“

Und beim Machen entwickelt sich David Ivar zum Genrestreuner. Und öffnet damit Schatztruhen. Die der frühen kalifornischen Westcoast-Musik, die der Beach Boys, oder die der Beatles. Um nur mal eine kleine Auswahl zu präsentieren. Aus all’ diesen Klangkosmen pickt er sich die Essenz der entspannten Noten heraus, fügt sie neu zusammen und durchmischt sie mit seinen Fundstücken des Landes, an das David Ivar von der Welle gespült wurde. Bewusstes und Unbewusstes werden hier farbig und locker verknüpft. Black Yayas Stücke sind randvoll mit kunterbunten, gutgelaunten und verträumten Elementen. Wenn wir schon bei den bewusst eingestreuten Dingen sind, dann dürfen weitere Inspirationsquellen nicht fehlen. Filme etwa, wie Michael Winners Film ´Death Wish´ oder Stanley Kubricks ´The Killing´. Gemälde gehören auch dazu, hier etwa welche von Hieronymus Bosch oder Marcel Duchamp. Und last not least Bücher von Allen Ginsberg, Jack Kerouac oder Edgar Allen Poe.

„Warum das? Nun ich liebe die Schönheit der Kunst und lasse mich von allen Kunstformen inspirieren“, bekräftigt David Ivar, „und ich bin sicher, auch das hört man.“

Da mag man nicht widersprechen. Doch noch etwas anderes hat sich als Einfluss in die Aufnahmen des Albums ´Black Yaya´ geschlichen - der Aufnahmeort.

„Wenn du ein paar Wochen damit verbringst, in einem Studioapartment im kalifornischen Malibu aufzunehmen, der Blick dabei aufs Meer schweifen kann, dann muss das Einfluss auf die Musik haben“, fügt David Ivar an.

Und so steht am Ende eine Liedperle neben der nächsten und alle sprühen vor äußerst entspannter Energie und größter Leidenschaft.

Aktuelles Album: Black Yaya (City Slang / UniversalMusic)
© 01. März 2015  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer
März 2015

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