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KENSINGTON - Nicht nur Käse und Tulpen

In Holland sind Kensington schon die Größten. Also musikalisch gesehen. Und nach übereinstimmenden Aussagen der nationalen Presse. Das äußert sich nicht nur darin, dass sie die großen Arenen und Festivals dort spielen, sondern auch darin, dass ihre Lieder eine derartig hymnische Größe haben, dass sie sich nur in Stadien wohlfühlen können.

Großmelodisch

Wenn die Truppe um Sänger und Gitarrist Eloi Youssef ihren Aktionsradius nun über die Landesgrenzen von Holland hinaus ausdehnt, ist das Rocken von Stadien erstmal vorbei. Und das Backen kleinerer Brötchen steht an.

„Das ist für uns kein Problem. Wir haben ja nicht in den Stadien angefangen. Wir haben zunächst an jedem Fuchsloch gespielt. Erst danach wurden die Clubs größer. Und Kensington hat sich als Band einfach mit entwickelt. Und unsere Stücke auch. Wir haben aber nie vergessen, dass wir wirklich klein angefangen haben.“

Kensington haben schon mehrfach ihre Fühler ins benachbarte Ausland ausgestreckt und gezeigt, dass sie es drauf haben, im Zweifelsfall damit leben zu können, im Publikum einen nach dem anderen von unserer Musik zu überzeugen. „das fällt uns heutzutage sogar leichter“, erklärt der Frontmann, „weil wir wissen, dass wir Lieder haben, die mit einem Schlag sogar 20.000 Menschen auf unsere Seite ziehen können.“ Die Stücke auf dem aktuellen Kensington Album ´Rivals´ sind nahezu alle in die Kategorie ´großmelodisch´ einzuordnen, doch wie schreiben Kensington solche Stücke?

„So etwas lässt sich natürlich nicht planen. Wir haben einfach drauflos geschrieben. Denn eines unserer kreativen Gesetze ist, dass es keine gibt“, gibt Eloi Youssef, „mal war das Piano das tragende Instrument, mal ein Drum- Beat, dann haben wir einfach nur gejammt. Alles war möglich. Dabei musst du nur extrem viel Geduld aufbringen; denn Kreativität und die großen magischen Momente lassen sich eben nicht erzwingen.“



´Rivals´ ist nicht die erste Platte von Kensington. Das ist es doch spannend zu erfahren, wie die Künstler an ´Rivals´ herangegangen sind? Was sie anders gemacht haben? Auch das kann

Eloi Youssef beantworten. „Wir haben die Geschwindigkeit der Stücke ein klein wenig reduziert. Durch diese leichte Verschleppung der Takte wird den überraschenden Wendungen in unseren Stücken, die uns von Beginn an wichtig waren, noch ein wenig mehr Durchschlagskraft verliehen. Auch wollten wir möglichst nah an die Kraft und Energie des Konzerterlebnisses rankommen.“

Bei Letzterem kann ein guter Produzent immens hilfreich sein. das dachten sich auch Kensington und verpflichten den amerikanischen Produzent, Ton-Ingenieur und Mischer Tom Lord-Alge, der schon drei Mal den Grammy eingeheimst hat. Einmal unter anderem für Carlos Santanas ´Supernatural´. Doch auch Dave Matthews, Blink 182, Oasis oder Marilyn Manson wissen, warum sie sich gerade an ihn gewandt haben. „Er hat unser kreatives Anliegen des groß klingenden Liedes sofort verstanden und die Möglichkeit eingeräumt, erst dann aufzuhören, wenn wir komplett zufrieden waren“, gibt Eloi Youssef zu Protokoll.

Und diese Zufriedenheit ist rundum zu hören. Wenn Kensington ihr Heimatland verlassen, sind sie neben der musikalischen noch in einer Mission unterwegs. „Wir wollen mit unserer Musik auch beweisen, dass aus Holland mehr kommen kann als Käse, Tulpen und DJs“, schließt Eloi Youssef.

Und jetzt dürfen die Kensington-Hymnen lauthals mitgesungen werden, denn aus dem Ohr gehen die Stücke schon nach einmaligem Hören eh nicht mehr.

Aktuelles Album: Rivals (Kensington Records / Universal)
© 01. März 2015  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer ||| Foto: Rutger van der Bent
März 2015

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