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OLYMPIQUE - Viel Leidenschaft und harte Arbeit

Wenn eine Band, noch vor dem Erscheinen ihres Debütalbums sowohl das FM4 Frequency Festival eröffnet, als auch das Wiener Burgtheater ausverkauft, dann heißt es schon mal, Ohren spitzen! Diese Aufforderung gilt einmal mehr, wo jetzt das Album fertig ist und den Titel ´Crystal Palace´ trägt. Die Rede ist von den Salzburger Indierocker Olympique.

Die Reise zum Nullpunkt

Die als Trio gestartete Band Olympique existiert bereits seit 2009. Die Musiker kenne sich aber schon deutlich länger. So sind Schlagzeuger Nino Ebner und Sänger Fabian Woschnagg Schulfreunde, während sich Tastenmann Leo C. Scheichenost und Fabian Woschnagg aus Domkapellknaben und -mädchenchor des Salzburger Doms kennen. Doch lange bevor es zu Olympique kommt, gibt es die Schulband Sequence of Tenses. Ziemlich früh hatten sie das Glück, in London spielen zu dürfen.

„Wir waren gerade mit der Schule fertig und sind uns mit der Band extrem cool vorgekommen. Nach diesem Auftritt war uns klar, dass wir noch nichts erreicht hatten. Diese Reise war unser Nullpunkt. Ins Hotel sind wir mit der Buslinie drei gefahren, die nach Crystal Palace fährt. Bei jeder Station kam die Durchsage: ‚Three to Crystal Palace‘, das hat uns später zum Titel des Debütalbums inspiriert“, weiß Nino Ebner. Nach der Rückkehr aus dem Mutterland der Popmusik war für drei Salzburger klar, die Phase des ziellosen Rumprobierens, oder des im Proberaum Rumjammens, die muss ein Ende haben.

„Wir haben uns einen Produzenten genommen, uns Gedanken gemacht, was uns vorwärts bringt, wie wir unsere höchstpersönlichen Klangsprache finden und so alles aufs nächste Level heben“, fügt Leo C. Scheichenost. Die Namensänderung zu Olympique kam dann zwischendrin wie von selbst.

„Fabian Woschnagg ist zufällig einmal mit Olympic Air geflogen und hat mich angerufen, weil ihm der Schriftzug gefiel. Zeitgleich habe ich einen Zeitungsbericht über Olympique Marseille aufgeschlagen“, lacht Nino Ebner, „das konnte dann kein Zufall mehr sein.“



Aufs Wesentliche reduziert

Olympique haben ihre ureigene Klangsprache gefunden, indem sie festgestellt haben, dass die energiegeladensten Stücke nicht durch üppiges Schichten zustande kommen, sondern die Reduktion aufs das Wesentliche. Auf das, was unbedingt gesagt werden muss.

„Auch wenn wir sakral, nicht im religiösen Sinn, sondern vom großen, epischen Klang denken, wird auch der durch Klarheit und Einfachheit erschaffen“, versichert Fabian. Viel Leidenschaft und harte Arbeit sind das Rüstzeug für Olympique. „Denn wir sind sicher, dass wir so die Muse anlocken können, die uns dann küsst“, führt der Sänger weiter aus, “und da wir die Erfahrung gemacht haben, dass aus dieser Haltung heraus manche Stücke einfach so passieren, explosionsartig entstehen, geben diese unserem Ansatz recht.“

Da, wo die Erfahrung der Olympique-Musiker nicht ausreicht, da kommt die des Produzenten Zebo Adam zum Tragen. Er ist übrigens auch derjenige, der eine weitere österreichische Erfolgstruppe produziert, nämlich Bilderbuch. So gelingt es beispielsweise dem Geist der Lieder dadurch gerecht zu werden, dass für jedes eine spezifische Aufnahmesituation geschaffen wird.

„So haben wir das letzte Stück auf der Platte ‚Face Down The Earth’ komplett live eingespielt; denn sind es nicht oft die kleinen Schnitzer, die in diesem Fall der großen Melancholie und Emotion etwas zutiefst Menschliches verleihen. Und damit die Wirkung eine Liedes massiv erhöhen.“

Wichtig ist für Olympique, klarzustellen, „dass die Verpflichtung des Produzenten nicht aus einer Ratlosigkeit heraus erfolgt ist, sondern aus dem Wunsch, entlastet zu werden und sich ganz den stückdienlichen Prozessen widmen zu können.“

Der sehr geplante, be- und überdachte Ansatz von Olympique ist nicht ungefährlich, weil sie sich so, trotz eines Produzenten manchmal selber im Weg stehen. Und manche Dinge auch zu bedacht sind und damit die spielerische Leichtigkeit, die immer wieder aufblitzt, geopfert wird..

Aktuelles Album: Crystal Palace (ArcadiaAcoda / Sony Music)
© 01. Februar 2015  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer ||| Foto: Matthias Heschl
Februar 2015

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