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DAS PACK - Das Geheimnis der siebensaitigen Gitarre

Warum brauche ich eine komplette Band, wenn zwei Mann das auch hinkriegen? Und das sogar richtig prima. Das dachten sich Sänger und Gitarrist Pensen Paletti aka Peer Jensen (ja, der von Monsters Of Liedermaching) und Schlagzeuger Flozze auch und Das Pack war geboren. Zwei Platten gibt es schon, da verabschiedet sich Flozze. Just in dem Moment, als eine Tournee ansteht.

Holland in Not

„Da war Holland in Not“, stellt Pensen Paletti lakonisch fest, „aber Rettung auch nah. Hatten wir doch noch einen Merchandiser, Timmey oder Tim Pascharat, um genau zu sein. Leider konnte er nur Gitarre spielen, aber das kann ich ja auch. Also konnte ich ihm nicht ersparen, Schlagzeug zu lernen. Er hatte lediglich sechs Wochen zum Üben, bis es auf Tour ging.“ Das ist hier jetzt keine B-Movie-Geschichte. Das ist die Wahrheit. Nichts, als die Wahrheit. Die Wahrheit ist auch, dass Pensen Paletti eine siebensaitige Gitarre spielt.

„Ja, das geht nicht anders, weil ich der Gitarrist und Bassist gleichzeitig bin“ erklärt der Frontmann, „auf der Gitarre sind sechs Gitarrensaiten und eine Basssaite. Es gehen zwei Kabel raus, eines geht in den Bass-Verstärker, das andere in den Gitarren-Verstärker.“

Das Duo, das ein Trio ist, ist geboren und macht Lärm wie ein Sextett.

„Aber hallo, wir wollten nie klingen wie zwei Würstchen, die Weihnachten nur halb abfeiern können“, bekräftigt Pensen Paletti. Dass bei Das Pack ein Mensch gleichzeitig Bass und Gitarre spielt, gibt dem Duo auch die wunderbare Möglichkeit, dass beide Instrumente absolut unisono klingen.



Auf die Kacke hauen

Das Pack wissen genau, wie sie ihr Publikum unterhalten können.

„Denn kein Mensch geht doch ins Konzert, damit eine Band ihm seine neue Platte vorspielt“, legt der Frontmann wieder los, „wir mögen gute Unterhaltung leiden und halten uns dabei an das Prinzip: Wir haben Freude daran, Freude zu empfinden, während wir anderen Freude bereiten.“

Das musikalisch so richtig auf die Kacke gehauen wird, kann vermutet werden, wenn man sich mit den Playlisten der beiden Bandmitglieder beschäftigt. Die beste Band der Welt sind und bleiben die Beatles - das sehen beide so. Ansonsten kommt da noch ganz schön was zusammen: Slipknot und Mike Krüger etwa bei Pensen Paletti. Oder Pantera und Genesis bei Timmey. Noch Fragen?

„Aber zeitlos müssen die Stücke sein - alle“, fährt der Frontmann fort, „textlich würden wir beispielsweise nie von einem iPhone 4 sprechen. Da weiß in 20 Jahren ja keiner mehr, was das ist. Aber unsere Musik kennt dann immer noch fast jeder. Allein schon deshalb, weil es in unserem Genre nur unsere Klänge gibt. Oder hast du schon mal gehört, das irgendeine andere Band Pack-rock macht?“



Hausmusik mit Opa

Aber woher können die beiden Hamburger Jungs so clever mit Klängen und was da sonst noch dazugehört umgehen?

„Steter Tropfen macht den Meister oder Übung höhlt den Stein“, philosophiert Pensen Paletti, „ich habe halt schon früh angefangen, etwa meinem Vater zuzuhören, der Gitarre gespielt hat. Zusammen haben wir auch noch Hausmusik gemacht. Mein Vater an der Gitarre, die Oma am Klavier und Opa an der Flöte. Da ging damals schon die Post ab, besonders dann, wenn ich dazu gesungen habe.“

Schon damals werden die Grundlagen für das gelegt, was Packrock heute noch auszeichnet, nämlich der unnachahmliche Spagat zwischen Kultiviertheit und juvenilem Ungestüm.

Aktuelles Album: Kopenhagen (Amigo Records / Rough Trade)
© 01. September 2014  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer ||| Foto: Jens Burger
September 2014

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