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CHERRY POPPIN´ DADDIES - Von weißen Zähnen und schmutzigen Gedanken

Lange bevor Robbie Williams zu seiner ´Swing When You're Winning´-Scheibe übers Parkett flutschte oder gar Brian Setzer sein Faible für dieses Genre entdeckte, machten sich ein paar Jungs aus Eugene/Oregon auf, diesen fast schon in Vergessenheit geratenen Sound wieder zum Leben zu erwecken: Die Rede ist von den Cherry Poppin‘ Daddies – ein Unhold der Schmutziges bei diesem Namen denkt! Da jede Band früher oder später in den Schoß allen Rock’n’Rolls fällt - richtig - wir sprechen hier von People Like You Records, hatte ich die Ehre mit Sänger Steve über ihr dort in Kürze erscheinendes Album ´White Teeth, Black Thoughts´ zu plaudern…

Die Cherry Poppin´ Daddies gibt es nun schon seit 25 Jahren. Welche Entwicklung hat Euer Sound in der Zwischenzeit durchgemacht?

“Zu Anfang hielt sich das die Waage: 50 Prozent Swing und 50 Prozent Rock, wir starteten 1988, die Ära der Red Hot Chili Peppers und Fishbone, also hörten wir uns in etwa an wie eine Swing Version von denen. Dann begannen wir Anfang der Neunziger kreuz und quer durch die Staaten zu touren und die Promoter arrangierten eine ganze Menge Shows mit Ska Bands wie No Doubt und The Specials, wir spielten zu dem Zeitpunkt 95 Prozent Swing und jeweils zwei oder drei Ska Songs. So um 1998 rum, war die Swingszene schließlich groß genug, dass wir nur Swing hätten spielen können, für die Leute, die kamen, aber wir behielten nach wie vor einige Ska und Punkrock Stücke in unserem Set und heute haben wir einen Hauch von Rockabilly in unseren Sound, um ein bisschen Spaß mit Gitarren dabei zu haben.”

Was war damals Eure Initialzündung Musik machen zu wollen und dann auch noch diese Art von Musik, die Ende der Achtziger ja keineswegs populär war?

“Ich wollte was Anderes und Anspruchsvolleres machen, es war echt langweilig immer nur die gleichen Drei-Akkorde-Songs zu spielen, nach immer dem gleichen Muster, wie in den Punk- und Garagebands, in denen ich vorher war. Also entfernte ich mich von der Punkrock/Hardcore Szene und obschon ich diese Art von aggressiver Musik als Fan liebte, war sie als kreativer Musiker nicht gerade das, was ich suchte. Swing hingegen war vollkommen unentdecktes Territorium zu dieser Zeit, es war tanzbar und es hat eine Riesenpalette verschiedener Harmonien was meine wechselhafte Natur anspach. Ich liebe Duke Ellingtons Horn in Songs wie Ko-Ko. Ich wollte diese dunklen Harmonien mit der Aggression des Punkrocks vereinen, um die für mich ultimative Musik zu kreieren. Also startete ich dieses Experiment!”

Wie würdest Du die Musik Szene in Oregon beschreiben? Was unterscheidet sie von anderen Gegenden der USA, ich habe gehört in Portland soll diesbezüglich Einiges los sein…

“Ich muss zugeben, dass ich in Bezug auf ´Musikszenen´ ein ziemlicher Miesepeter bin: Der Nordwesten kann ziemlich selbstzufrieden und ätzend sein, ehrlich gesagt. Gibt es dort gute Bands? Ich bin mir nicht sicher! Es gibt eine Menge bärtiger Typen in Bands dort. Es ist wohl ein bisschen wie in “Des Kaisers neue Kleider” – Hipster, die umherstolzieren und nichts als heiße Luft verbreiten.”

Was war denn Euer stolzester Moment auf der Bühne bisher?

“Das war letztes Wochenende: Wir hatten eine Show mit dem hiesigen Ballett hier in Eugene. Die hatten eine Choreographie für einige unserer Songs eingespielt und wir waren auf der Bühne und spielten während sie tanzten Das war ziemlich cool! Es war einfach toll, unsere Musik mit etwas völlig Neuem zu verbinden und ein total unterschiedliches Publikum zu erreichen. Da sieht man mal wieder, dass die besten Momente künstlerisch und nicht karriereorientiert sind.”

Ihr habt eine ganze Menge neuer Sachen aufgenommen, die es zu präsentieren gilt. Was steht für den Rest des Jahres bei Euch an? Dürfen wir hier in Europa auf eine Tour hoffen?

“Als erstes werden wir unsere neue Swing Scheibe "White Teeth, Black Thoughts" in Europa auf People Like You Records veröffentlichen, im Sommer wird dann unser Rat Pack Tribute Album "Please Return The Evening - The Cherry Poppin' Daddies Salute the Music of the Rat Pack" erscheinen und im Herbst gehen wir dann auf Tour in Europa, Ende des Jahres werden wir dann hoffentlich ein drittes Album rausbringen, das ein bisschen mehr Richtung Punkrock/Rockabilly gehen wird. Wir haben Einiges vor!

No rest for the wicked!

Aktuelles Album: White Teeth, Black Thoughts (PeopleLikeYou)
© 01. Mai 2014  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow
Mai 2014

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