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BRIGADE S. - S. steht für...

Brigade S. aus Wanne-Eickel sind nicht just another Streetpunk-Band, sondern präsentieren das worum es wirklich geht: Authentizität und Ehrlichkeit, dargeboten mit einem Augenzwinkern und diesem unnachahmlichen Ruhrpottcharme, der einen tatsächlich froh sein lässt, gerade nicht in Berlin oder Hamburg zu hocken.

Brigade S., stellt Euch mal kurz vor…

“Wir sind Brigade S., kommen aus Wanne-Eickel und machen deutschsprachigen Punk, der direkt von der Straße mitten aus dem Herzen des Ruhrgebiets kommt.”

Wie seid Ihr zu Eurem Bandnamen gekommen?

“Der Bandname steht für Brigade Staatsfeind – das war in der TKKG Hörspielreihe in der Folge „Das Geiseldrama“ eine absolut unfähige Terroristengruppe, die sich von den vier TKKGlern ganz schön hat vorführen lassen, allerdings klingt der Name auch nach politisch hochengagiertem Deutschpunkgeknüppel, und das haben wir ja nie gemacht. Also haben wir das „Staatsfeind“ einfach abgekürzt und damit den Bandnamen etwas entschärft – und nebenbei auch noch eine Menge Interpretationsspielraum gelassen.”

Ihr habt vor einigen Jahren einen Song zu dem „Tribute To SLIME“-Sampler beigesteuert, ‚(Ihr ruft) Bullenschweine‘ – hättet Ihr je damit gerechnet, dass die Scheibe, u.a. wegen dieses Songs jetzt auf dem Index landen würde?

“Haha, nein – die Tatsache, dass das, was wir da fabriziert haben, indiziert werden könnte, ist auch schon eher im Bereich ´unfreiwillige Komik´ anzusiedeln. Uns war klar, dass der ursprüngliche ´Bullenschweine´ Song in der Form nicht zu covern war, ohne die Behörden auf den Plan zu rufen. Also haben wir den Text ad absurdum geführt und so umgeschrieben, dass ein Polizeieinsatz am 1. Mai aus Polizeisicht beschrieben wurde – übrigens mit Hilfe eines echten Polizisten, der uns einen kleinen Einblick in die Fachsprache der Polizei gegeben hat ( „Einsatzstock ist freigegeben“ bedeutet z.B. das OK der Leitstelle für Knüppeleinsätze – so was wussten wir vorher nicht), aber so wie es aussieht, reicht die Formulierung „Ihr ruft: Bullenschweine, ihr werft Mollies und Steine“ für eine Indizierung aus.”

Punkrock bedeutet für Euch...?

“Immer für Überraschungen gut sein, nicht mit der Masse zu schwimmen, einen wachen, kritischen Blick auf Politik und Gesellschaft haben – und dabei trotzdem eine Menge Spaß!! Im Alltagsleben versuchen wir, unsere Vorstellung von Punkrock beispielweise auch in unsere Arbeitswelt und unser Umfeld zu transportieren – nicht unbedingt nur über Äußerlichkeiten wie Nietenjacke und Iro sondern vielleicht eher durch kritisches Hinterfragen und den Mund aufmachen, wenn die Masse schweigt.”

Gerade ist ja Euer fünftes Album ´Kleine Lichter - Großer Sport´ erschienen. Welches ist Dein liebster Song – hat der Titel eine spezielle Geschichte?

“Jeder von uns Vieren hat sein speziellen Lieblingssachen auf dem Album – ich (Christian) persönlich mag ´Alles verloren´ und ´Postparkrebellen´ (mit Willi Wucher als Gastsänger), eben die Stücke, in denen es um die kleinen Verlierergeschichten aus dem normalen Leben geht. Patrick steht mehr auf das hardcorelastige ´Urkel Pit´, das ist aber manchmal auch einfach tagesformabhängig. ´Morgens um 5´ ist eine ziemlich genaue Zustandsbeschreibung von dem Schmelztiegel, der sich am Wochenende in den frühen Morgenstunden zusammenrottet, der Song gefällt Malte ganz gut.”

Was steht für Euch die nächsten Monate noch an?

“Ein paar kleinere und größere Konzerte, dazu gibt’s schon wieder neue Songideen, im Raum steht auch noch ein Videodreh, also eigentlich eine ganze Menge, um auch das 15. Jahr frei von Langeweile zu überstehen…”

Aktuelles Album: Kleine Lichter - Großer Sport (Sunny Bastards / Broken Silence)
© 01. Dezember 2013  WESTZEIT ||| Text: Micky Repkow
Dezember 2013

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