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ECHOFUCHS - Der Casio vom Flohmarkt

Was ist eigentlich ein Echofuchs? Die Frage geht an Alexander Felder - seines Zeichens Casio-Spieler, Bassist und Bediener des Glockenspiels. „Zumindest ist im Gegensatz zum normalen Fuchs ein Rudeltier und ist der Musik sehr zugewandt“, ist mit einem Grinsen auf den Lippen sein Antwortvorschlag. Doch Robin Sharma, Sänger und Gitarrist der Essener Truppe hat auch noch einen Erklärungsvorschlag parat. „Vielleicht ist es eine Kreatur, die im Umgang mit dem Echoeffekt ein wahrer Fuchs ist?“ Gut, die Namensdiskussion soll dann nicht weiter von Bedeutung sein.

Band ohne Namen

Die Anfänge von Echofuchs reichen zwar bis ins Jahr 2009 zurück, aber einen wirklichen Namen hatte die Band nicht.

„Das musste sich schlagartig ändern, als wir 2011 ins Studio gegangen sind“, erklärt Alexander Felder, „da haben wir uns entschlossen, in Zukunft als neue Band loszuziehen, die seit 2013, als klar war, es wird eine Platte geben, als Echofuchs firmiert.“

Und seitdem wollen die Füchse lediglich eins, ´Nur nicht still sein´, so lautet dann auch der Titel ihres Debüts. Über die Jahre haben sich Echofuchs von der klassischen, im Proberaum jammenden Band weiter entwickelt.

„Den Proberaum gibt es nach wie vor, doch wir betreten ihn heute erst, wenn die Grundidee für ein Stück fest steht. Das jammen beginnt somit immer auf einer tragfähigen Basis.“, fährt der Casiomann fort, „das hatte zur Folge, dass wir so über die Zeit 60 Lied-skizzen hatten, die wir mit ins Studio schleppen konnten. Genug also, um daraus 12 Lieder zu destillieren.“

Lieder, die aus der Skizzenbasis heraus förmlich explodierten.

„Diese Momente, in denen das passiert, das sind schon besondere Momente. Wenn man merkt, dass die Band zusammenfindet und etwas entsteht, mit dem wir selber nicht gerechnet“, ergänzt Robin Sharma. Bei der Ausformulierung der Stücke stehen Text und Musik gleichberechtigt nebeneinander. „Auch das ist etwas, was sich einfach entwickelt hat“, sagt Alexander Felder, „mit der Zeit haben wir gemerkt, das eine ergibt das andere und umgekehrt.“



Schepperiger Tastenklang

Echofuchs sind durchaus für klangvolle Musik zu haben, schließlich machen sie selber welche. Und siefrönen hörbar den großen Melodiebögen.

„Für uns ist deshalb Pop auch kein schmutziges Wort“, stellt Robin Sharma klar, „aber, wie sagen wir immer so schön, wir denken auch in Indie-Kategorien.“

Auch etwas, was dem Hörer nicht lange verborgen bleibt, da zischelt es und scheppert es durchaus mal. Was nicht zuletzt an den lausigen Casio-Keyboards liegt.

„Das erste Casio, das unser Eigentum wurde, hat dann auch gleich eine besondere Geschichte“, hebt Alexander Felder, der Casiomann an, „es lag völlig unbeachtet auf einem Flohmarktstand in der Ecke, als ich es entdeckte. Auf Nachfrage wollte der Händler acht Euro haben, bekommen habe ich es dann für fünf. Später kam dann noch eins dazu. Den schepperigen Tastenklang, den möchten wir nicht mehr missen. Wir lieben ihn sogar, weil er einfach zu uns passt.“

Echofuchs machen zwar perfekte Musik, sind aber keine Perfektionisten, so behält die Musik den charmanten menschlichen Faktor. Und berührt so weitaus mehr, als es glatt gebügelte Noten je könnten. Was könnte besser geeignet sein, als der menschliche Faktor, um die ganzen großen Gefühle in die Stücke zu transportieren? Wer Textzeilen, wie „Ich kann mich selbst nicht hören/mein Herz schlägt viel zu laut“ singt, der kann bei Gefühlen mitreden.

Und eins noch, dem norwegischen Comedy Duo Ylvis, das sich die Frage stellt, ´What Does the Fox Say?´, dem kann ein für alle Mal geholfen werden – einfach aufmerksam Echofuchs lauschen und ihr wisst es!

Aktuelles Album: Nur nicht still sein (LaserLaser/Rough Trade)
© 01. November 2013  WESTZEIT ||| Text: Franz X.A. Zipperer ||| Foto: Tim Dobrovolny
November 2013

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