www.westzeit.de

PERSISTENCE TOUR 2006

Gut Ding will Weile haben

Die Persistence Tour dürfte so jedem der auf Hardcore oder Metal steht, ein Begriff sein. Größer. länger und aufwendiger als alle vergleichbaren Touren ist sie wohl das fetteste Event dieser Art außerhalb Englands. Angefangen hat alles 1997 als Unity Tour mit Agnostic Front als Headliner. Nach einer dreijährigen Kooperation mit Eastpak, wurde aus der Resistence Tour, wie sie mittlerweile hieß, die Persistence Tour.

Nachdem die letzten Jahre immer irgendwelche Band zu Wort kamen, hielten wir es für angebracht, mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und sprachen mit Marc von Mad-Tourbooking. Die Tatsache , dass so ein umfangreicher Act ohne Sponsoren auskommt, ist ja eher ungewöhnlich. Kann man da reich mit werden?

„Du kannst Dir ausrechnen, dass da finanziell nicht viel bei rumkommen kann. Wir haben die Bands zu verpflegen und zu bezahlen und das alles kostet eine Menge Geld. Außerdem gehört zu einer richtigen Tour, dass man kontinuierlich spielt. Also auch unter der Woche, und nicht nur Freitags und Samstags, wenn man damit rechnen kann, dass eine Show viele Leute zieht. Hinzu kommt, dass wir uns auf die Fahnen geschrieben haben, bei den Eintrittspreisen fair zu bleiben, d.h. wir nehmen nicht mehr als 25 Euro und das bei dem fetten Line-up. Wir wissen immer erst nach einer Show, ob es wir einigermaßen gut da rausgekommen sind. Der eigentliche Gedanke ist, dass wir unabhänig von Plattenlabels und Presse in der Lage sind neue Bands aufzubauen und etablierte Bands wieder aufzufrischen. Wir bringen alte Helden wieder zurück und lassen sie mit noch unbekannten Acts spielen. Unabhängig, was gerade in ist. Davon profitieren alle!“

Kreuz und quer durch Europa verschlägt es Persistence und Co. England, Holland, die Schweiz, Belgien, Österreich und Deutschland stehen auf dem Programm, in völlig beliebiger Reihenfolge wie es scheint. Und der geneigte Zuschauer steht nicht überall auf die gleiche Musik:

„Man darf nie vergessen, dass wir unterschiedliche Märkte bedienen. In England z. B. ist das Thema „Sick Of It All“ schon fast durch, die stehen mehr auf „Terror“. Ähnlich funktioniert das auch in den anderen Ländern. Das Thema Metal ist im Moment generell nicht so angesagt und somit sind „Walls of Jericho“ auch der einzige Act dieses Jahr. Man muss versuchen eine Tour zusammenzustellen, die für alle passt und das ist ganz schön schwierig“

Die Grundidee, eine Plattform zu schaffen, auf der Bands supported werden, ohne sich immer wieder vermarkten müssen, wo nicht große Labels über Aufstieg und Untergang entscheiden, hat sich etabliert.

„Wir kreieren mit der Persistence Tour unseren eigenen Hype. Früher gehörte man zu einer Szene und bestimmte selbst, welche Musik man hörte. Die Musik stand nicht im Mittelpunkt. Heute entscheidet der Musikgeschmack, zu welcher Szene man gehört. Und nicht mal über den Musikgeschmack entscheidet man noch selbst. Es werden Sachen vermarktet und die werden dann eben gehört und es ist sehr schwer, da eine Nische zu schaffen, in der es möglich ist, Bands zu unterstützen, die nicht zum Mainstream gehören und somit auch die verschiedenen Szenen am Leben zu erhalten. Wir sind die einzigen, die ein Unternehmen dieser Art auf die Beine gestellt haben. Einige andere haben es versucht und sind irgendwann gescheitert. Es ist die einzige Tour, die es geschafft hat, Jahr für Jahr immer wieder als Tour zu runden und das mit Erfolg.“

In diesem Sinne, vergesst den schnöden Mammon!

© 01. November 2006  WESTZEIT ||| Autor: Micky Repkow