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GALACTIC EMPIRE

May The Force Be With You

Galactic Empire sind ein Phänomen. Präziser: Ein Internet-Phänomen. Was mit einem einzelnen Youtube-Video im Dezember 2015 begann, gipfelt nun im inzwischen zweiten Full-Length-Album der Band. Dabei ist die Idee so simpel wie genial. Die Amerikaner bedienen sich am reichhaltigen und populären Star Wars-Soundtrack und versetzen diese mit Elementen aus progressivem Metal und klassischem Heavy Metal. Die so entstehenden instrumentalen Songs begeistern inzwischen Fans weltweit und haben Galactic Empire ein Signing beim US-Label Rise Records eingebracht.

Mit ´Episode II´ widmen sich die Musiker nun den Hits der neuesten Star Wars-Sequels. Passende Bühnenoutfits in Form von Stormtroopern und anderen imperialen Bösewichten dürfen da natürlich ebenso wenig fehlen, wie den Filmen entlehnte Kulissen der Musikvideos. Doch was geht eigentlich hinter den Masken und in den Köpfen der Musiker vor?

„Diese Band macht enorm viel Spaß, ist aber auch eine Herausforderung. Wir nehmen uns nicht allzu ernst, bei dem was wir tun. Das ist aber auch gar nicht möglich, immerhin sind wir ja als Figuren aus einem Science Fiction-Film verkleidet. Auf der anderen Seite machen wir anspruchsvolle Musik, die für uns alle ein hartes Stück Arbeit ist“, beantworte Gitarrist Josh Willis die Frage nach der Schwierigkeit, als Musiker ernst genommen zu werden. Er fügt hinzu: „Unsere Musik ist wahnsinnig kompliziert! Es gibt kaum Wiederholungen, dauernd ändert sich das Tempo sowie die Tonart und viele verschiedene Parts fließen ineinander. Insgesamt denke ich aber schon, dass das ganze ein inzwischen sehr ernsthaftes Projekt ist. Wir haben vorher alle bereits in anderen Bands gespielt aber jetzt kommen Sachen, wie die großen Festivals und Musikvideos, die sich 100.000 Leute ansehen. Das ist etwas ganz anderes.“

Zurück zu den Bühnenoutfits. Wie wurde darüber entschieden, wer welchen Charakter darstellen darf?

„Das ging wesentlich schneller als gedacht und hat ca. 10 Sekunden gedauert. Grant wollte unbedingt Boba Fett sein, unser Bassist Carson hatte einen schwarz-weißen Bass, da konnte es also nur ein Stormtrooper sein. Ich selbst spiele Leadgitarre, wer also außer Darth Vader käme da in Frage?! Die restlichen beiden Positionen waren dann auch schnell entschieden.“

Ihr neues Album ´Episode II´ haben Galactic Empire natürlich – wie kann es anders sein – am vierten Mai 2018 veröffentlicht. Star Wars-Jünger wissen um die hohe Bedeutung des Tages im Universum. Doch wo sieht Willis eigentlich die Unterschiede zwischen Musik und Filmen im Allgemeinen?

„Ich glaube es gibt gar keine so großen Unterschiede. Gute Musik und gute Filme lassen dich etwas empfinden. Sie müssen Emotionen in dir wecken, ansonsten sind sie nichts Besonderes.“

Da die Band sich derzeit ausschließlich auf das Star Wars-Universum fokussiert, kommt die Frage auf, was passiert, wenn dort das Songmaterial zur Neige geht. Willis ist da völlig realistisch:

„Natürlich wird irgendwann der Punkt kommen, an dem das Material ausgeschöpft ist. Wann das sein wird, weiß ich jetzt noch nicht. Wir haben immer unter der Prämisse ´Das alles hier könnte innerhalb von Sekunden vorbei sein´ gearbeitet. Vielleicht könnte es aber auch genau in die gegenteilige Richtung gehen. Ich vermute, dass der größte Teil unserer Fans zu unseren Konzerten kommt, da sie alle verrückt nach Star Wars sind. Nicht, weil wir eine unheimlich innovative, neue Band wären. Und diese große Star Wars-Fanbase wird so schnell nicht aussterben. In Zukunft werden wir sicherlich unsere Herangehensweise an Konzerte und Touren überdenken, um immer wieder Neues zu bieten.“

Aktuelles Album: Episode II (Rise Records / BMG / ADA Warner)

© 01. Juni 2018  WESTZEIT ||| Autor: Jannik Holdt