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ADRIANO BATOLBA TRIO - Mehr als Partys, Hot Rods und Petticoats

Adriano Batolba ist Sänger, Gitarrist, Komponist, Musical Director und Produzent und hat sich im Rockabilly und Rock’n’Roll längst einen Namen gemacht. Nach den Alben ´Live’n’Loud´ (2013) und ´Thirteen Renegades´ (2016) mit dem Adriano Batolba Orchestra veröffentlicht er nun mit dem Adriano Batolba Trio das Album ´How Much Does It Cost, If It’s Free?´. Im Interview sprechen er und seine Mitmusiker Falko Burkert und Bernie Weichinger über die Entstehung, die Geschichte und die Ansprüche an sich selbst.

Inwiefern war die Arbeit an ´How Much Does It Cost, If It’s Free?´ anders als an ´Live’n’Loud´ und ´Thirteen Renegades´ – gerade im Bezug auf den Arbeitsaufwand?

Adriano: „Die „Live’n’Loud“ wurde während einer Orchestra-Tour bei verschiedenen Gigs mitgeschnitten. Da gab es für die Band keine besondere „Aufgabenstellung“, da an den Abenden die Show genau so gespielt wurde wie an den Abenden an denen nicht mitgeschnitten wurde. Die ´Thirteen Renegades´ war natürlich um ein Vielfaches aufwändiger, da es nicht so einfach ist, eine komplette Big Band im Studio aufzunehmen. Das braucht dann auch im Vorfeld viel Vorbereitung: Da müssen Noten gedruckt werden, Phrasierungen bei den Bläsern gecheckt werden und und und. Von der Logistik mal ganz abgesehen. Für das aktuelle Trio-Album haben wir ein paar Mal im Proberaum an den Arrangements gefeilt und sind dann für drei Tage ins Studio gegangen und haben zusammen alles eingespielt. Das hat einen Riesenspaß gemacht, weil man sofort wusste, wie der Song klingen wird.“

Holst du dir beim Schreiben deiner Songs Hilfe, Adriano, oder machst du alles allein?

Adriano: „Teils, teils. Kommt immer auf den Song an. Bei diesem Album haben wir sehr viel zusammen an den Songs gearbeitet und gefeilt. Falko kam mit einigen Songideen und auch unser Produzent Pomez diLorenzo - mit dem ich schon seit vielen Jahren zusammen arbeite, hat sehr viel mitgeschrieben.“

Falko: „Es kommt auch immer darauf an, wie weit fortgeschritten eine Idee ist. Z.B mein Song ´Been There - Done That´ war schon vor den Aufnahmen ein fester Bestandteil unseres Live-Repertoires und war somit schon roadtested und für gut befunden.“

Was ist die Hintergrundgeschichte von ´How Much Does It Cost, If It’s Free´? Wovon handelt das Album?

Bernie: „´How much does it cost´- der Titel spiegelt ja den aktuellen Zeitgeist wider: Alles muss immer und überall verfügbar sein, darf aber im Grunde nichts mehr kosten. Das fängt beim Burger an und hört bei Musik nicht auf. Das hat natürlich auch einen Einfluss auf die Medienlandschaft und macht es für Bands wie uns nicht gerade einfacher, mit handgemachter Musik, in der viel Herzblut steckt, in dem Ozean von Veröffentlichungen bei gleichzeitig immer weniger Formaten, etwas Aufmerksamkeit zu bekommen.“

Adriano: „Trotzdem gab es für uns nie die Frage, ob es sinnvoll ist eine CD mit dieser Musik zu veröffentlichen oder nicht. Wir haben diese Songs und wollten unseren Beitrag leisten, wie - nach unserem Verständnis - Rockabilly im Jahr 2019 klingen kann. Inhaltlich haben wir dabei auch in unseren Songs viele persönliche Erfahrungen verarbeitet: So handelt der Song ´Fame“ von der „Frucht“ Ruhm, von der wir ja in unserer Dick Brave Phase ausgiebig kosten durften. ´Forever On My Mind´ ist eine kleine Hommage an meinen Mentor und Gitarrenlehrer Rick Abao und so weiter. Wir wollten also nicht nur über Partys, Hot Rods und Petticoats singen.“

Habt ihr das Gefühl, dass ihr euch mit euren Ansprüchen an euch selbst manchmal auch selber im Weg steht?

Bernie: „Manchmal ist es schon gut, wenn jemand von außen drauf schaut. Das war in unserem Fall unser Produzent Pomez diLorenzo, der unsere Musik versteht und weiß wo wir hin wollen. Aber bei allem Perfektionismus verliert er nie die Magie des Momentes aus dem Auge und hat so mitgeholfen die „raw power“ bei den Liveaufnahmen zu bewahren.“

Aktuelles Album: How Much Does It Cost, If It’s Free? (ToBaGo Records / Rough Trade) VÖ: 09.08.
© 01. Juli 2019  WESTZEIT ||| Text: Leonie Wiethaup ||| Datenschutz
Juli 2019


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