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CROWN THE EMPIRE - Der Traum vom schwarzen Bildschirm

Sie gründeten die Band im Jahr 2010 und mischen seitdem die Metal-Core-Szene immer wieder auf mit frischen Ideen und einer jungen Perspektive auf das Leben. Mittlerweile waren die vier US-Amerikaner schon mit We Came As Romans, Underoath und Asking Alexandria auf Tour, spielten bei der beliebten Vans Warped Tour mit und haben auch international einen großen Bekanntheitsgrad erlangt. Mit Release ihres vierten Albums ´Sudden Sky´ zeigt sich die Post-Metal-Core-Band plötzlich politisch. Gitarrist Brandon Hoover in einem offenen Gespräch über ihre Einflüsse, die großen Veränderungen der Menschheit und den individuellen Umgang damit.

Obwohl ihr Musikstil keineswegs in die Elektro-Schublade eingeordnet werden darf, bedienen Crown The Empire sich nicht nur am Metal, sondern sehr oft auch an elektronischen Elementen und Symbolen:

„Unsere Musik war schon immer gespickt damit. In den letzten neun Jahren hat sich die Musik weiterentwickelt und das Songwriting wurde besser, aber im Großen und Ganzen ist es immer noch derselbe Sound. Wir sind eine theatralische Rockband.“

Ähnlich wie bei Linkin Park oder My Chemical Romance ziehen sie ihre Theatralik vor allem aus cineastischen Einflüssen. Dadurch bedienen sie sich an einem immer breiter werdenden medialen Spektrum und schöpfen eine Menge Inspiration. Diese zeigt sich auf dem kommenden Album vor allem bei ´March of the Ignorants´ in ungewöhnlich experimentellen Instrumentalparts und dem Einsatz von Blasinstrumenten:

„Wir wollten etwas kreieren, das sich anhört wie Radiohead, aber textlich an den Film 'No Country for Old Men' erinnert. Zuerst dachte ich nicht, dass der Song es auf's Album schafft. Aber als Andy's Gesang auf den Song gelegt wurde, machte das ganze Konzept wieder Sinn. Es geht darum, dass jede Entscheidung, die wir treffen, uns auf einen anderen Weg führt. Aber egal auf welchen Weg wir kommen, wir werden alle an dem Ort enden, für den wir bestimmt sind.“

Crown The Empire ist keine Band, die das Heftigste auf dem Markt toppt um noch was Heftigeres draufzusetzen, nein - der Knackpunkt der Band besteht eher in der Art ihres Songwritings, das sich über die Jahre stark verändert und entwickelt hat. Während sie zu Beginn ihrer Karriere fiktive Geschichten über Andere erzählten, sind sie heute selbstbewusst genug, um sowohl intime Momente textlich zu verarbeiten als auch öffentlich eine Meinung zu vertreten. Vor lauter Wut gibt es auf dem neuen Album ´Sudden Sky´jetzt ein ganz klares Thema: der Einfluss der Digitalisierung. Schon vor der Veröffentlichung des Albums verbreitete die Band ein klares Statement zum aktuellen Zustand der Welt:

„Heutzutage wird unsere Gesellschaft durch die digitale Revolution geformt. Technologien werden ununterbrochen ausgebaut. Die Menschen sind enger miteinander verbunden als jemals zuvor. Aber irgendwas geht schief, wir sind emotional abgekoppelt. Anstatt uns mit unseren Problemen zu konfrontieren, betäuben wir sie mit Drogen und technologischer Überlastung.“

Bereits auf ihrem zweiten Album ´The Resistance: Rise Of The Runaways´ beschäftigten sie sich in dem Song „Machines“ mit dem problematischen Umgang von Menschen und, naja, Maschinen.

„Die Thematik bei 'Machines' ist ziemlich ähnlich zu dem, was wir auf diesem Album sagen. '20/20' zum Beispiel ist einfach aus einem eher persönlichen Standpunkt aus gesehen. Ich glaube, dass die Probleme sich verschlimmert haben, denn die Technologie ist weiterhin am Wachsen und wir als Gesellschaft lassen uns immer leichter ablenken. Es ist wirklich schwer sich davon zu lösen und sein wahres Ich zu finden.“

Für eine junge Band, die erfolgreich sein will, und gleichzeitig solche Zweifel an den aktuellen Entwicklungen hat, sind es ambivalente Zeiten. Der Gitarrist weiß selbst noch nicht genau damit umzugehen. Manchmal habe er Phasen, in denen er dem Internet fern bleibt, dennoch sieht er es auch als tolle Möglichkeit mit den Fans in Verbindung zu sein und die Musik von Crown The Empire zu verbreiten. Die Lösung scheint am Ende trotzdem sehr einfach zu sein:

„Man sollte die Technik einfach öfter ausschalten. Erst dann merkt man wie wichtig es ist im Hier und Jetzt zu sein, statt sich hinter einem Bildschirm zu verstecken.“

Aktuelles Album: Sudden Sky (Rise Records / Ada / Warner) VÖ: 19.07.
© 01. Juli 2019  WESTZEIT ||| Text: Maren Schüller ||| Datenschutz
Juli 2019


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