interviews
kunst
artexpo
cartoon
konserven
liesmich.txt
filmriss
dvd
vorlesungs-
verzeichnis

cruiser
agenda
live reviews
stripshow
kontakt
WOLVESPIRIT - Perspektivenwechsel

Debby Craft ist eine Künstlerin – in der Malerei, Plastik und in der Musik – und in alles verarbeitet sie ihre Seele. Außerdem gehört sie wohl zu den charismatischsten und positivsten Menschen dieser Zeit. Es ist beeindruckend, mit welch Freude sie über ´Fire And Ice´ spricht, dem neuen Album ihrer Band WolveSpirit. Beeindruckend deshalb, da es nicht nur die guten Zeiten rekapituliert, sondern insbesondere die schlechten.

Zeiten, in denen angeblich gute Freunde eine wunderbare Liebesbeziehung zerstörten. Es passierte, als sie gerade in Nashville war, um das neue Album aufzunehmen. Im Sommer 2017.

„Ich war total am Ende, entschied mich aber, all diese Gefühle direkt in die Albumaufnahmen mitzunehmen“, erinnert sie sich. „Als Künstler verarbeitet man das, was man erlebt. Und man schreibt über das, was einem am tiefsten berührt – und genau so singt man es dann auch.“

´Fire And Ice´ wurde so zu stimmlichen Darlegung ihres Inneren, ihrer Verletzungen, ihres dennoch positiven Wesens.

„Wir befinden uns in einem Rad. Alles ist ein Auf und Ab und wir müssen akzeptieren, dass Schlechtes auch dazugehört. Ich denke aber, dass es nichts Reinnegatives gibt – denn alles ist einzig und allein eine Sache der Betrachtung. Zumal dich Schlechtes auch enorm wachsen lässt. Alles Negative, das ich erlebt habe, und alle Menschen, die mir wehgetan haben, haben mich zum Wachsen gebracht. Doch es hat keinen Sinn, sich über Menschen zu ärgern, die einem wehgetan haben. Diese Leute muss man stehen lassen, denn sie haben es nicht verdient, dass man sich mit ihnen auseinandersetzt.“

Debby Craft lernt nicht nur aus ihren eigenen Fehlern, sie lernt aus allem, was sie erlebt. Lernt und findet eine positive Sicht dazu.

„In schlechten Zeiten wird die beste Musik geschrieben“, sagt sie und auf „Fire And Ice´´ trägt sie nicht nur ihr Herz auf der Zunge, sondern spricht den Menschen aus der Seele.

„Ich möchte es nicht ´Gott´nennen, aber ich glaube an einen Spirit, an etwas Höheres, etwas über uns, das den Grund gibt, warum wir hier auf der Erde sind. Ich habe mir die Frage gestellt, warum in meinem Leben so viel passiert ist – die Dinge, die ich in meinen Songs verarbeite. Und ich habe mir die Frage gestellt, warum es ausgerechnet diese Themen sind“, erklärt sie. „Es sind Themen, die den Menschen wichtig sind. Die zeigen, dass wir unser Leben selber in unserer Hand haben. Natürlich gibt es auch Schmerzen, das sieht man im Trennungssong ´Tell Me Why´, aber es geht trotzdem immer in dieselbe Richtung: Ich lasse los und vertraue auf das Beste in meinem Leben.“

Das Beste in ihrem Leben. Das sind Menschen, die sie liebt und die sie ebenfalls lieben. Und natürlich die Musik. Schon als Teenagerin überzeugte sie mit ihrer einzigartigen Stimme, der rohen Energie, dem hohen Wiedererkennungswert. Heute lebt sie ganz im Zeichen der Kunst – und das jederzeit mit Bedacht.

„Als Schreiberin habe ich die Verantwortung für einen Song. Dafür, dass die Leute sich etwas rausholen können. Und musikalisch gibt es für mich dabei keine Linie. Das, was mir gefällt, finde ich geil. Das, was mir nicht gefällt, finde ich nicht geil. Und das kann in jede Richtung gehen!“

Kunst muss eben nicht immer verständlich sein, um Wirkung zu haben.

Aktuelles Album: Fire And Ice (Spirit Stone / Cargo) Vö: 12.10.
© 01. Oktober 2018  WESTZEIT ||| Text: Leonie Wiethaup ||| Datenschutz
Oktober 2018


suche