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VITJA - Hart, aber herzlich

Seit einigen Jahren sind Vitja nicht mehr wegzudenken aus Deutschlands Metalcore-Szene. Nach dem Aufsehen erregenden Debüt ´Echoes´ und der EP ´Your Kingdom´ folgt nun mit ´Digital Love´ der nächste Schritt. Und siehe da, die Band hat sich deutlich weiterentwickelt und ist bereit zu neuen Taten. Bassist Mario Metzler stand Westzeit Rede und Antwort.

Eine hart arbeitende Band wie Vitja hat hohe Ziele – wie z. B. sich nicht wiederholen zu wollen. Hemmt das womöglich den Kompositionsfluss?

„In ´Digital Love´ hört man eine gewisse Weiterentwicklung zu Echoes. Klar, wir spielen noch das selbe Tuning, haben (fast) genau so viele Saiten auf unseren Instrumenten und bedienen uns immer noch an Breakdowns. Da lässt sich ein Vergleich natürlich nicht vermeiden. Aber dadurch, dass wir privat auch viel Musik aus anderen Genres hören, wollten wir in dieser Schreibphase auch besonderen Wert auf Songstrukturen legen, was eigentlich der größte Unterschied zu ´Echoes´ darstellt, haha.“

Stichwort Ziele allgemein: Es ging für Vitja in recht kurzer Zeit stetig voran – plant man da eigentlich noch oder lasst die Band einfach alles auf sich zukommen, was so passiert?

„Es lässt sich natürlich nicht immer alles planen, vieles passiert einfach auch aus Situationen heraus. Aber natürlich müssen wir auch planen um unsere Ziele zu erreichen. Zu unserem Album z.B. kommt unsere Headliner Tour im April, dann stehen die Festivals an und dann müssen wir schon fast das neue Album anfangen zu schreiben.“

Oftmals wirkt es, dass die Band trotz des hohen technischen Anspruchs darauf achtet, dass die Songs gut performbar sind – ist dem so?

„Ja, das stimmt in gewisser Weise. Wir haben unseren eigenen, hohen musikalischen Anspruch, dem wir immer gerecht werden wollen. Allerdings schreiben wir auch Musik, die wir selber ´fühlen´ und natürlich auf der Bühne ausleben wollen. Bisher haben wir immer einen guten Grad dazwischen gefunden ohne stocksteif beim spielen auf der Bühne stehen zu müssen.“

In eurem Songwriting erkenne ich klare Referenzen zur klassischen amerikanischen Songwriter-Schule – wer von euch hört denn heimlich (oder gar öffentlich) Tom Petty und den Boss?

„Hättest du jetzt nach Deftones, Nirvana oder System Of A Down gefragt, könnte ich dir mehr erzählen, haha... Wir haben bei „Digital Love“ definitiv Wert darauf gelegt mit einer gewissen Struktur zu schreiben. Aber auch hier haben wir uns keine Grenzen gesetzt und gezwungen nach einem Schema runterzuschreiben.“ 

Insgesamt fällt auf, dass kein Song wirklich länger ist, als er muss – schreibt ihr bewusst kompakt? Andere Bands des Genres versuchen sich hier eher durch ausufernde Passagen zu differenzieren…

„Bei diesem Album haben wir uns bewusst die Zeit genommen, die das Album brauchte. So hatten wir auch mal Zeit, ein Song über 2-3 Wochen ruhen zu lassen und mit frischen Ohren neu dran zu gehen. Wir haben jedem Song im Detail bearbeitet, um am Ende das für uns perfekte Ergebnis zu haben.“

Wie different seht ihr euch selber – seht ihr genug Abgrenzung zu anderen Bands, mit denen ihr euch die Bühne teilt? Oder ist euch das gar nicht sonderlich wichtig?

„Wir sind Vitja und haben mit ´Digital Love´ eine Menge zu erzählen. Uns geht es um Ausdruck und Emotionen, die wir vermitteln wollen. Ich persönlich finde eine oftmals gezwungene Abgrenzung zu anderen Bands allerdings nicht sonderlich wichtig.“

Was wäre das musikalische Experiment, das ihr euch am ehesten vorstellen könnt: Remix-Album oder eine Tour mit Orchester?

„Auf unserer ´Your Kingdom´ EP gibt es bereits einen Remix zu unserem Song ´Strange Noises´. Das wäre auf jeden Fall ein vorstellbares Experiment. Aber bei den beiden Optionen sehe ich Vitja mit einem Orchester deutlich eher. Auf ´Digital Love´ sowie früheren Songs haben wir immer wieder Passagen, an denen Streicher erscheinen. Das wäre mit Sicherheit live ein geiles Erlebnis.“

Aktuelles Album: Digital Love (People Like You) Vö: 03.03.
© 01. März 2017  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen ||| Foto: Lukas Richter
März 2017

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