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ROBIN TOM RINK - Nachts am Meer

Auf leisen Sohlen kommt das neue Album von Robin Tom Rink daher, fein instrumentiert und immer mit viel Gespür für Stimmung und so sehnsuchtsvoll wie eingängig. Die Art der Bilder, die er dabei durch Text und Musik in des Hörers Kosmos schleust, ist dabei nicht weniger als besonders: Denn die einfachen Mittel, derer Robin Tom Rink sich bedient, sind der Schlüssel zum Glück.
Zuallererst sind da die wunderbaren Texte, poetisch, lyrisch, malerisch und einfach schön. Auch, wenn der Mittdreißiger nicht als reiner Schreiber verstanden werden will, ist dies schon lange Zeit seine Passion.

„Ich habe sehr früh damit begonnen und ich kann einfach nicht aufhören zu schreiben. Es passiert einfach, wenn es passieren soll. Ich bin keiner, der sich hinsetzt und sagt: So, jetzt schreibe ich was! Wenn mir eine Zeile oder Melodie in den Sinn kommt, muss ich sie einfach festhalten.“

Und alles, was er festhält ist als Song gedacht – auch, wenn es durchaus poetische Grundzüge hat. Und seine Amtssprache ist vorwiegend englisch, denn da klappt es einfach besser.

„Ich schreibe keine Gedichte, sondern eher Bilder. Und auf englisch kriege ich das einfach besser hin, als auf deutsch. Die englische Sprache ist einfach angenehmer vom Klang her, sie wirkt nicht so phrasendreschend wie das Deutsche.“

Was inspiriert Robin Tom Rink?

„Paris inspiriert mich sehr, aber die Großstadt war eher Thema meines vorigen Albums. Jetzt ist es das Meer, Inseln – ich bin ein sehr ruhebedürftiger Mensch und das sind halt die Bilder, in denen ich mich zurzeit gerne wiederfinde. Auch, wenn ich nun schon seit Jahren in Städten wohne, sehne ich mich nach Ruhe und ruhigen Momenten in der Natur. Diese Mystik ist einfach unglaublich. Ich gehe viel alleine ans Meer, auch nachts. Dann merke ich, wie gut mir die Stille tut. Ich kann stundenlang einfach nur da sitzen und aufs Meer schauen. Ich war kürzlich alleine am Meer für ein paar Tage und hatte jede Menge Bücher mit – und vielleicht 10 Seiten geschafft...“

Momente, in denen man gemeinhin melancholisch werden könnte (und wofür Robin nach eigener Aussage auch eine Ader hat) – trotzdem hat das Album insgesamt eine durchweg positive Grundstimmung.

„Viele sagen, dass es echt ein trauriges Album ist. Klar, es sind keine Songs, die man einfach so hört, aber die Songs strahlen eine angenehm Ruhe aus. Es ist womöglich mein großes Glück, dass ich das Schöne im Leben so sehr schätze.“

Ein weiteres Glück für die Entstehung des Albums war laut Robin das blinde Verständnis mit Produzent und Mitmusiker Ekki Maas.

„Ich mochte Ekkis Arbeit bei Erdmöbel und wollte schon immer mal mit ihm zusammenarbeiten. Nachdem er meine Demos gehört hatte, waren wir uns ziemlich schnell einig, dass wir dieses Album auf keinen Fall überfrachten, sondern eher ruhig halten wollten. Und in vielen Dingen habe ich ihm einfach vertraut, z. B. bei den Basslinien. Und man hört, dass er dran beteiligt gewesen ist – und das macht mich ziemlich glücklich.“

Aktuelles Album: The Small Hours (RTR / Make My Day Records / Indigo)
© 01. Februar 2017  WESTZEIT ||| Text: Axel Nothen ||| Foto: Tobias Zimmer
Februar 2017

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